Aktuelles / Mittwoch, 17.05.2017

Wilmersdorf wird bunt:
Schüler bemalen Stromkästen

Haben ihrer Freundschaft auf einem Stromkasten ein Denkmal gesetzt: Annika Blenn (r. 13) und Zelal Dogan (14) von vorn und von hinten. Foto: Carolin Brühl

Schüler der Klasse 8a der Otto-von-Guericke-Oberschule in Wilmersdorf haben Stromkästen in der Umgebung ihrer Schule bemalt. Ihre Kunstwerke können sich durchaus sehen lassen.

Von Carolin Brühl

Stromkästen sind bestenfalls weiß-grau und eher unauffällig oder sie sind schmutzig und mit Graffiti verschmiert. Ein Quell reiner Freude sind die klobigen Kästen, die in regelmäßigen Abständen die Bürgersteige säumen eher nicht.

So können Stromkästen aussehen…

Dass das aber kein ewiges Gesetz sein muss, wird immer wieder von Kreativen in der Stadt bewiesen. Zwei von davon sind Annika Blenn (13) und Zelal Dogan (14). Die beiden Schülerinnen der Klasse 8a der Otto-von-Guericke-Oberschule haben gemeinsam mit anderen Klassenkameraden fünf Stromkästen in der Nähe ihres Schulhauses an der Eisenzahnstraße sowie eine etwas größere Kompaktstation farblich umgestaltet. Wer die Freundinnen kennt, erkennt gleich, dass sie sich damit auch selbst eine Art buntes Denkmal gesetzt haben. Ihr Stromkasten an der Eisenzahn- Ecke Ravensberger Straße zeigt die beiden Mädchen von hinten, das eine braun-, das andere blondbezopft, wie sie auf ihren Longboards über die Wolken fliegen.

Mit Hightech vom Bild zur Schablone

Unter dem Thema „Strom-Tier-Zukunft“ haben die Schüler mit Hilfe von Pjotr und Alex von Meredo-Medienkompetenzzentrum aus Reinickendorf insgesamt eine Woche im Kunstunterricht an der Umsetzung ihrer künstlerischer Ideen gearbeitet. „Wir haben das Bild erst in klein gemalt, dann mit dem Beamer an die Wand geworfen, dann abgepaust und daraus dann Schablonen für die verschiedenen Farben geschnitten“, erzählt Annika. Die Idee für das Motiv haben sich die Beiden gemeinsam ausgedacht. „Wir wollten ja erst ein anderes Motiv, aber das war dann doch zu schwierig“, sagt Zelal. Was es gewesen wäre? „Wir dachten entweder an eine Stadtszene, in der keine Bäume mehr existieren und der letzte Baum gerade abgesägt wird oder an ein Meer, wo der Müll auf der Oberfläche treibt und Fische alle tot sind“, beschreibt Zelal ihre apokalyptischen Visionen.

So aber auch… Die „Frisbee-Spieler“ sind im Rahmen eines Projekts an der Otto-von-Guericke-Oberschule entstanden. Foto: Carolin Brühl

Auf die Frage, ob sie sich denn vorstellen könnten, einen Tages hauptberuflich Künstlerinnen zu werden, schütteln indes beide energisch den Kopf. „Wenn man Architektur als Kunst bezeichnen kann, dann ja“, räumt Zelal dann aber doch ein. Doch Annika Berufswunsch ist noch weiter weg von kreativem Gestalten. Die 13-Jährige möchte Tierärztin werden.

Mit dem Löwenkopf bewirbt sich die Klasse für den Preis um den „Kreativsten Stromkasten 2017“. Foto: Carolin Brühl

Mit einem der Bilder bewirbt sich die Otto-von Guericke-Schule am Wettbewerb „Kreativster Stromkasten 2017“, den Stromnetz Berlin jedes Jahr auslobt. Doch dafür wurde nicht Annikas und Zelals Werk ausgewählt, was die beiden aber nicht schlimm finden. Ihre Mitschüler haben sich für das Motiv einen Löwenkopfes auf einem weitere Kasten entschieden. Und Mädchen hoffen, dass ihre Klasse am 29. November ganz vorn mit dabei ist. Immerhin gibt es 500 Euro für die Klassenkasse zu gewinnen.

Wie aus Pegasus ein Einhorn wird… Auch diesen Stromkasten haben die Schüler fantasievoll neu in Szene gesetzt. Foto: Carolin Brühl

 

 

Kommentare

  1. Ich finde es toll & gut für uns alle,
    a)..für die Schüler…..die können stolz sein auf EURE Kunst….
    b)..für unsere Stadt BERLIN der damit gefleckt strahlt & bewundert wird ..
    c)..und ich hoffe die Aktion darf weiter gehen..ODER?
    AUS MEINER SEITE WEITERHIN VIEL SPAß &ERFOLG.

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