Aktuelles / Sonntag, 18.12.2016

Weihnachtsmarkt
in Westend

Auf dem Markt gab es auch viele Ideen für Geschenke: Zum Beispiel Stiefel für Santas Geschenke aus alten Pullovern. Foto: Anca Specht

In der Preußenallee gab es auch dieses Jahr wieder einen Weihnachtsmarkt. Besonders im Trend lagen Taschen, Schmuck, Deko und Warmes aus Wolle.

Von Anca Specht

Kathrin Noack von „Pappunzel“ stellt Schmuck her und arbeitet gerne mit Papier. Als sie immer mehr Ohrringe angefertigt hatte, nutzte sie kleine Streichholzschachteln, um diese zu transportieren. „Irgendwann habe ich mir gedacht, die wären doch auch schön als Geschenkverpackung, wenn man sie verziert“, sagt sie. Kurzerhand dekorierte sie die Schachteln mit Papier und verkauft die passenden Ohrringe dazu.

Die selbstgemachten Ohrringe mit individueller Verpackung gibt es für 12 Euro. Foto: Anca Specht

Die selbstgemachten Ohrringe mit individueller Verpackung gibt es für 12 Euro. Foto: Anca Specht

Kathrin Noack bastelt auch kleine Geschenkkartons für Geburten und Hochzeiten. Foto: Anca Specht

Kathrin Noack bastelt auch kleine Geschenkkartons für Geburten und Hochzeiten. Foto: Anca Specht

Aufklappende Geschenkboxen

Aber bei ihr gibt es noch mehr: Kleine Präsent-Kästchen, zum Beispiel zur Hochzeit oder zur Geburt, stellt sie ebenfalls selbst her. Zum Preis von 15 € verkauft sie diese auf dem Weihnachtsmarkt. Und wer noch ein kleines Geschenk sucht, dem empfiehlt sie eine der kleinen Streichholzschachteln mit Schokolade darin und einer Kerze darauf.

Nehmen die Beschenkten den Deckel ab, entfaltet sich das Geschenk. Foto: Anca Specht

Nehmen die Beschenkten den Deckel ab, entfaltet sich das Geschenk. Foto: Anca Specht

Eine kleine Aufmerksamkeit mit Schokolade und Kerze kostet 4 Euro. Foto: Anca Specht

Eine kleine Aufmerksamkeit mit Schokolade und Kerze kostet 4 Euro. Foto: Anca Specht

Glaskunst

Vor einer Kerze sehen auch die Werke von Walter Franz von der „Tiffanymanufaktur“ besonders gut aus: er schmiedet Sterne, Schutz-Engel und Herzen aus Glas. Letztere bekommt man ab drei Euro, die Engel ab acht Euro.

Die Schutzengel verkauft Walter Franz nicht nur zur Weihnachtszeit. Foto: Anca Specht

Die Schutzengel verkauft Walter Franz nicht nur zur Weihnachtszeit. Foto: Anca Specht

Außerdem stellt er Teelichthalter her, vor denen ebenfalls ein Engel steht. Schutzengel könne man schließlich das ganze Jahr über gebrauchen. Allerdings macht er auch größere Arbeiten, zum Beispiel Glaseinsätze für Türen. Ein Kunde wünschte sich ein Motiv zum Jakobsweg, auch das war kein Problem für Walter Franz. „Am schönsten sieht das Glas aus, wenn Tageslicht direkt darauf fällt“, sagt er.

In liebevoller Handarbeit perfektioniert Walter Franz seine Glas-Arbeiten. Foto: Anca Specht

In liebevoller Handarbeit perfektioniert Walter Franz seine Glas-Arbeiten. Foto: Anca Specht

Vom Pulli zum Stiefel

Ebenfalls handgemacht sind die Waren von Heide-Marie Arab. In England schon sehr beliebt, in Deutschland kaum genutzt: die Kamin-Stiefel, in die Santa Claus seine Gaben steckt. Durch ihre englischen Freundinnen kam Heide-Marie Arab auf die Idee, eigene solche Stiefel herzustellen. Das Problem war nur wie sie selbst sagt: „Ich bin keine Meisterin im Stricken.“ Trotzdem wollte sie nicht auf die Herstellung der dekorativen Stiefel verzichten. Deshalb hat sie alte Woll-Pullis heiß gewaschen und dann zu Stiefeln weiterverarbeitet. Ab 15 € gibt es diese zu kaufen.

Ob aus eigenen Pullovern oder von Freunden: Heide-Marie Arab verarbeitet Wolle zu Stiefeln. Foto: Anca Specht

Ob aus eigenen Pullovern oder von Freunden: Heide-Marie Arab verarbeitet Wolle zu Stiefeln. Foto: Anca Specht

Schnürsenkel und Lederreste weiterverarbeiten

Und sie konnte auch da ich noch ein paar „Reste“ verwerten: „Wir hatten früher ein Schuhgeschäft, da waren noch jede Menge Schnürsenkel übrig. Daraus mache ich jetzt die Aufhänger für die Stiefel.“ Bei den meisten erinnert sie sich sogar noch daran, was das mal war. Aus einem Kilt ihrer Tochter wurde so ein Stiefel und auch die Strickjacke ihrer Schwester musste dran glauben. „Die Strickjacke war besonders scheußlich, aber jetzt ist sie eine meiner schönsten Stiefel geworden,“ sagt Arab. Für sie sind es außerdem keine Nikolaus-Stiefel, sondern Weihnachtsstiefel. Denn: „Sie funktionieren auch ohne Kamin zum Beispiel an einer Tür oder einem Fenster oder einer Schrankwand.“

Mit der Hilfe von Elfen entstanden: Die Elfen-Gondeln von Gesina Seldte. Foto: Anca Specht

Mit der Hilfe von Elfen entstanden: Die Elfen-Gondeln von Gesina Seldte. Foto: Anca Specht

An ein Fenster oder eine Schrankwand können auch die Elfengondeln von Gesina Seldte gehangen werden. Für eine große Gondel braucht sie etwa 2,5 Stunden, dafür können sie aber ganzjährig hängen. Seldte bindet zuerst das Papier wie einen Buch Rücken, schneidet es dann zurecht und verziert anschließend die Gondeln mit Naturalien und Glassteinchen. „Ich sage immer, die Elfen sammeln die Mohnkapseln, Eicheln und Haselnüsse für mich und wenn genug da ist, dann vastel ich daraus die Gondeln, auf denen sie dann schaukeln können“, sagt Seldte.

Positive Reaktionen

Eigentlich macht sie Skulpturen aus Papier, seit vier Jahren aber stellt sie auch die Gondeln her und hat Spaß dabei: „Das Schöne ist, dass die Leute positiv reagieren und ihnen die Gondel gefallen, selbst wenn sie nichts kaufen.“

Schokolade zum Baden

Zwischen den Ständen mit Holzarbeiten, Taschen und Socken reihen sich auch viele Essensstände ein. Neben Würsten, Maronen, Knoblauch-Brot und Germknödeln gibt es aber auch einen Stand mit Schokoladentalern und Badeschokolade. Die Verkäuferin Christina Penzel erklärt, dass die Kakaobutter in der Schokolade auch den Körper pflege und die Haut weich mache. Deshalb verkauft sie Badeschokolade mit getrockneten Blüten darauf wie Rosen oder Lilien. Die Schokolade ist allerdings nicht zum Verzehr geeignet.

Bitte nicht essen: Die Badeschokolade von Christina Penzel. Foto: Anca Specht

Bitte nicht essen: Die Badeschokolade von Christina Penzel. Foto: Anca Specht

Gaumenfreuden auf dem Weihnachtsmarkt

Dafür hat sie eine Reihe an Schokoladentalern zur Auswahl. Ob mexikanisch oder mit Chili, salzig oder mit Karamell – hier ist jeder Taler einzigartig. Fünf Taler kosten 5,50 €. Penzel erklärt ihre Leidenschaft ganz leicht: „Ich liebe Schokolade einfach, die kann man so schön genießen. Schokolade lässt man auf der Zunge zergehen, dabei hat jeder seinen Traum.“

Regen zum Träumen an: Die Schokotaler in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Foto: Anca Specht

Regen zum Träumen an: Die Schokotaler in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Foto: Anca Specht

Zweitverwertung Blumenkasten

Um die Taler nach Hause zu tragen, könnten die TETRA-Pak-Taschen hilfreich sein. Geflochten und verklebten dienen sie als Einkaufstaschen, Körbe für Blumen oder Zettel und sogar als Vogelhäuschen. Aus alten Milchkartons und mit servierten Technik verziert stellt Sibille Rodmann diese her.

Taschen, Körbe und sogar Vogelhäuschen aus Tetrapak macht Sibille Rodmann. Foto: Anca Specht

Taschen, Körbe und sogar Vogelhäuschen aus Tetrapak macht Sibille Rodmann. Foto: Anca Specht

Kleine Körbe gibt es schon ab sechs Euro, einen großen, der aus 21 Tetrapaks besteht, für 25 €. Alleine kann sie die Tetrapacks nicht alle leeren, aber Bekannte sammeln für sie. „Und mein Mann trinkt auch schon auf Kommando“, scherzt sie.