Aktuelles / Donnerstag, 02.11.2017

Wald, Wellen und wunderbare
Werke in der City West

Die Esche als Solitär im Buchenwald - eine der Fotoarbeiten von Solveig Faust. Foto: Solveig Faust

Die Kommunale Galerie am Hohenzollerndamm präsentiert auf der Messe „ 3 TAGE KUNST“  28 künstlerische Arbeiten aus dem Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf.

Von Katja Wallrafen

Die Frauen sind in der Überzahl. Von den 28 Werken, die in diesem Jahr auf der Messe für Gegenwartskunst 2017 in der Kommunalen Galerie vom 3.-5. November zu sehen sind, stammen fünf aus Männerhand. „Es haben sich wesentlich mehr Frauen als Männer beworben, daher sind schließlich auch mehr Frauen zugelassen worden“, erläutert Miriam Sowa von der Kommunalen Galerie. „Natürlich haben wir vorab gleichermaßen männliche und weibliche Künstler angesprochen.“ Mit der Messe will der Fachbereich Kultur die Künstlerinnen und Künstler im Bezirk Charlottenburg-Wilmerdorf fördern. „Die Beteiligten haben die Möglichkeit, ihre Werke in einem öffentlichen professionellen Rahmen zu zeigen“, so Miriam Sowa. Grundsätzlich versteht sich die Kommunale Galerie unter der Leitung von Elke von der Lieth als Ort des Austauschs, an dem Netzwerke geknüpft werden können. Auf der Kunstmesse am Hohenzollerndamm 176 können Werke unterschiedlicher Genres –  Fotografie, Druckgrafik, Malerei, Objekte – gekauft werden.

In ihrem Kiez in Wilmersdorf: Solveig Faust konnte die Jury der Kommunalen Galerie überzeugen. Foto: Katja Wallrafen

Fotos zeigen Strukturen in der Natur

Solveig Faust (www.solveigfaust.de) ist zum ersten Mal dabei. Ausgebildet unter anderem an der renommierten „Ostkreuzschule für Fotografie“, zeigt die Wilmersdorferin Landschaftsfotografien  aus dem Oderbruch und der Uckermark. Ihre Fotos dokumentieren gesellschaftliche Entwicklungen, sie spürt mit journalistischem Interesse Themen und Dingen nach, die sie neugierig machen, die sie berühren, die sie besser verstehen will. Das kann die harte Arbeit eines Schäfers im Oderbruch sein. Oder der Alltag der Anwohner entlang der verkehrsumtosten Bundesstraße 5 hinter Spandau – das kleine Glück im Dreieck zwischen einem Güterbahnhof und Verkehrs-Trassen. Anfangs, so Solveig Faust, habe sie im Zentrum Berlins ihren Motiven nachgespürt: „Als ich mit dem Fotografieren begonnen habe, war es die Architektur, die mich begeistert hat. Perspektiven, vertikale oder horizontale Kanten, stürzende Linien, die Bilddynamik – das hat mich fasziniert“, beschreibt sie. „Inzwischen zieht es mich mehr ins Umland. Bei der Serie Wald, die ich auf der Messe zeigen werde, finde ich Strukturen in der Natur. Eine Esche als Solitär zwischen vielen Birken. Oder die Hochstände, die versuchen, quasi unsichtbar zu sein.“ Die Hochstände haben sie gleich zur nächsten arbeit inspiriert. Dann wird sie sich mit Diana, der Göttin der Jagd, beschäftigen und dafür mit ihrer Kamera der Arbeit von Falknerinnen nachspüren.

Barbara Eitel in ihrem Charlottenburger Atelier vor Skizzen einer Arbeit. Foto: Katja Wallrafen

Künstlerin mit einem Blick für Räume 

Die Künstlerin Barbara Eitel (www.barbaraeitel.de) spürt in ihrem Schaffen hingegen Räumen nach. Sie nimmt nicht zum ersten mal an der Kunstmesse teil. In diesem Jahr bringt sie ein Relief sowie einige ihrer Papierschnitt-Zeichnungen mit. Das Relief stammt aus einer Zeit, in der Barbara Eitel sich mit Treppenhäusern beschäftigt hat: „Das sind Räume, an denen man sich nicht lange aufhält. Un-Orte eigentlich. Das interessiert mich – die architektonische Situation, aber natürlich auch die Atmosphäre. Ebenso spannend finde ich auch Vorgärten – wie sind sie gestaltet? Was macht man dort? Hält man sich dort auf oder ist es eher eine Art grüne Grenze, mit der man sich zum Nachbarn abschottet? Räume stehen eben auch immer im Zusammenhang mit kulturellen Elementen.“

Die Welle – eine Papierschnitt-Zeichnung von Barbara Eitel. Foto: Barbara Eitel.

Barbara Eitel hat an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach am Main mit dem Schwerpunkt Bildhauerei und Zeichnung studiert. Nach Stationen in München und Hamburg kam sie 1996 nach Berlin. Sie lebt im Hansaviertel und arbeitet in ihrem Atelier in Charlottenburg. Ihr Werk ist vielfältig – neben den Papierschnitt-Zeichnungen, die filigrane Räume eröffnen, fertigt sie großformatige Bodenzeichnungen, die auf unterschiedlichstem Untergrund spektakulär wirken. Da wundert es nicht, dass ihr das Thema „Kunst im öffentlichen Raum“ am Herzen liegt: Gerade hat sie den Kunst am Bau Wettbewerb für den Neubau der Sporthalle des Hans-und-Hilde-Coppi-Gymnasiums in Karlshorst gewonnen.

Weitere Informationen: 

Auf der Website der Kommunalen Galerie (http://www.kommunalegalerie-berlin.de/messe/) sind die Namen aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer verzeichnet.

Öffnungszeiten: Freitag, 3. November, 17-21 Uhr, Samstag, 4. November 12-18 Uhr, Sonntag, 5. November 12-18 Uhr