Aktuelles / Samstag, 10.02.2018

Veit Nachtmann lässt
es im Dunkeln funkeln

Der Schöneberger Veit Nachtmann designt funkelnde und leuchtende Party-Accessoires. Auf die Idee kam er aus einem ganz praktischen Grund. Foto: Anja Meyer

Der Schöneberger Veit Nachtmann designt funkelnde und leuchtende Party-Accessoires. Auf die Idee kam er aus einem ganz praktischen Grund.

Von Anja Meyer

Veit Nachtmanns Geschäftsidee beginnt damit, dass er im Jahr 2011 zum ersten Mal auf das Elektrofestival Fusion geht und unter den rund 50.000 Partygästen seine Freunde im Wirrwarr verliert. Es dauerte, bis sie sich wiederfanden. Ein zusammengebrochenes Handynetz und keine vereinbarten Treffpunkte gestalteten die Suche umso schwieriger. Deshalb wollte der heute 30 Jahre alte Schöneberger im Jahr darauf unbedingt etwas Blinkendes und Leuchtendes aufs Festival mitnehmen. Etwas, womit man sich schnell wiederfinden kann. Im Laufe der Jahre ist daraus sein kleines Unternehmen mit dem Namen Funkelfetisch entstanden, das Festivalaccessoires und Bekleidung über einen Online-Shop verkauft.

Glitzernde Rucksäcke, Täschchen und Armbänder

Veit Nachtmann sitzt am Küchentisch seiner Vierer-WG an der Martin-Luther-Straße. Um sich herum hat er seine Erfindungen der vergangenen Jahre aufgebaut. Glitzernde Rücksäcke in Turnbeutelform, deren Riemen aus LED-Leuchtbändern bestehen. Mit Strom aus der Batterie oder einer Powerbank fürs Smartphone können sie in Blau oder Pink zum Leuchten gebracht werden.

Accessoires wie Taschen und Rucksäcke sind nicht nur witzig…

Nach demselben Prinzip funktionieren die kleinen Täschchen und Armbänder. Auch ein funkelndes Shirt soll es bald geben. Zudem tüftelt er an einer Verbesserung der Technik und Ästhetik für die Beutel. Die will er aber noch nicht verraten, um später ein Patent darauf anmelden zu können.

Laserstrahlen aus den Augen des Einhorns

Denn schon in seinem zweiten Jahr auf dem Fusionfestival hatte Veit Nachtmann sich ein Festival-Accessoire überlegt, mit dem man ihn wirklich von Weitem erkennen konnte: Ein tragbares Einhorn, aus dessen Augen passend zum Bass Laserstrahlen kommen. „Wie das technisch funktioniert, habe ich einfach im Internet nachgelesen“, erzählt Nachtmann. „Dass ich Informatiker bin, hat mir dabei wahrscheinlich geholfen.“ Doch dieses Festival-Accessoire war zu groß und zu unhandlich, deshalb folgte im Jahr darauf ein Hut mit einer leuchtenden Gewitter-LED-Wattewolke. Der Erfinder war noch immer nicht ganz zufrieden. „Ich wollte das noch optimieren“, erinnert sich Nachtmann. „Weil ich immer eine Bauchtasche oder einen Beutel dabei habe, fiel mir irgendwann ein, dass man daran ja einfach die Bändel austauschen und zum Leuchten bringen kann.“

Erste Prototypen 2016

Gedacht, getan. Veit Nachtmann tüftelte eine Weile an der Technik herum und ließ sie auch seine Freunde testen. Ende 2016 hatte er dann die ersten Prototypen entwickelt. Doch die gingen schnell kaputt. „Als ich dann immer wieder auf den Beutel angesprochen hatte, dachte ich, dass ich da mehr draus machen könnte.“ Nachtmann tüftelte weiter, ließ sich über eine Crowdfunding-Kampagne finanzieren, fand einen Produzenten in China, im Oktober kam die erste Lieferung bei ihm an. Jetzt ist er zufrieden. „Die Qualität ist wirklich geil, damit habe ich noch keine Probleme gehabt.“ Die Partybeutel leuchten acht Stunden lang dauerhaft oder blinken 16 Stunden.

Mehr Sicherheit durch einen leuchtenden Beutel

Nun hofft Nachtmann darauf, dass sein Verkauf so langsam weiter anläuft. „Der Winter ist natürlich nicht die Jahreszeit, in der man sich für Festivals eindeckt“, sagt er. Bisher gingen um die 200 Exemplare über Amazon und den eigenen Online-Shop weg, ein paar andere auf Weihnachtsmärkten. Außerdem ist Nachtmann mit dem Bikini Berlin im Gespräch, die darüber nachdenken, den Beutel in ihren Verkauf aufzunehmen.

…sondern dienen auch der Verkehrssicherheit. Fotos: Anja Meyer

Auf den Weihnachtsmärkten kamen sie auch bei Kindern sehr gut an. „Die siebenjährige Nichte von einem Freund und ihre Freundinnen tragen die alle schon“, erzählt er. Ein positiver Nebeneffekt: Die leuchtenden Beutel dienen im Dunkeln auch der Verkehrssicherheit, deshalb trägt Nachtmann ihn selbst auch gerne beim Fahrradfahren. Besonders auf der viel befahrenen Hauptstraße gebe das ein besseres Sicherheitsgefühl.

 

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