Aktuelles / Donnerstag, 31.08.2017

Rabatte satt: Charlottenburger
erfinden die ScheckApp

Haben das Scheckheft ins 21. Jahrhundert gebracht: die beiden Charlottenburger Thorsten Rehmet und Carsten Knobloch. Foto: Sebastian Kringel

Das Scheckheft mit seinen Gutscheinen gibt es in Berlin schon seit 1952. Jetzt ist es mit der ScheckApp auch seinen Weg ins im 21. Jahrhundert gefunden.

Von Carolin Brühl

Das Berlin-Scheckheft gibt es schon seit 65 Jahren. Die erste Ausgabe erschien 1952 noch unter der Schirmherrschaft des regierenden Bürgermeisters Ernst Reuter. Bis heute hat das jährlich erscheinende Büchlein mit seinen etwa 300 Gutscheinen für Theater, Konzerte, Varietés, Kabaretts, Museen, Kinos, Restaurants, Cafés, Freizeitvergnügungen und Sport sowie Preisrätseln und Lotterien Kult-Charakter bei Berlinern und Berlin-Besuchern. Doch was nutzen die schönsten Rabatte für ein Mittagessen oder den Eintritt in ein Museum, wenn man just den Coupon, den man gerade bräuchte, nicht bei sich trägt, haben sich die beiden Charlottenburger Carsten Knobloch und sein Kompagnon Thorsten Rehmet gefragt und eine naheliegende Idee entwickelt: die ScheckApp.

Standortgenaue Angebote mit dem jeweiligen Rabatt

Carsten Knobloch arbeitet auch als Grafik-Designer für das Scheck-Heft und nutzt selbst gern die Angebote für seine Familie genutzt. Die Idee hinter der ScheckApp ist so einfach wie einleuchtend und hat gegenüber den Heft mehrere Vorteile. Zum einen ist die Wahrscheinlichkeit, dass man sein Smartphone bei sich trägt einfach höher, zum anderen sucht die App standortgenau die Angebote und die dazugehörigen Rabatte heraus, die sich im einem sich erweiternden Umkreis des Standorts befinden.

Über das Menü lassen sich eine Auswahl aus vier Filter einstellen, die dann auf der Karte auch je nach Angebot verschiedenfarbige Punkte generieren. Screenshot: Carolin Brühl

„Im Augenblick ist der Radius noch auf Berlin und Brandenburg beschränkt“, sagt Rehmet, aber wir stehen ja auch erst am Anfang.“ Die App hat aber auch noch einen weiteren Vorzug gegenüber dem Scheck-Heft, sagt er. Das Heft kaufe man zu Jahresbeginn einmal, dann blieben die Angebote gleich. Künftig sollen die Anbieter die Möglichkeit haben, je nach Jahreszeit, Wochentag oder Auslastung,  ihr Coupon-Programm selbst zu variieren.

App ermöglicht des Anbietern jahreszeitliche Varianten

Die App ist intuitiv bedienbar. Über eine Lupe können vier Filter angewählt werden: „Essen & Trinken“, „Kultur & Unterhaltung“, Sport & Freizeit“ sowie Fashion & Beauty“. Die Suchmaschine findet Geschäfte, Restaurants oder Kulturangebote in der Umgebung und beschreibt die angebotenen Vergünstigungen wie 2:1 oder einen prozentualen Preisnachlass. „Plant man einen Wochenend-Ausflug, lassen sich über die Karten-Funktion mit integrierter Navigations-Funktion auch Punkte in entfernteren Stadtteilen oder in Brandenburg finden, die Rabatte anbieten“, sagt Knobloch.

Mit verschiedenfarbigen bunten Punkten auf der Karte durch Berlin und Brandenburg zu Rabattangeboten navigieren. Screenshot: Carolin Brühl

„Am Anfang gab es noch grundsätzliche Zweifel, wie wir das mit dem Einlösevorgang hinkriegen“, sagt Knobloch. Da sei nun aber eine Lösung gefunden. Jeder Anbieter verfügt über einen eigenen QR-Code. Der wird mit dem Handy gescannt, dann kommt man in den Genuss des Preisnachlasses.

Auch Anbieter haben die Wahl

Bislang gibt es in der ScheckApp alle Coupons, die es auch im Scheck-Heft gibt. Premium-Schecks sind aber nur anwählbar, wenn man die Club-Card-Nummer eingibt, die sich in jedem Scheckheft findet oder sich die Premium-Schecks in der App für 3,99 Euro freischalten lässt. Künftig sollen die Anbieter dann selber entscheiden können, ob er seinen Scheck konventionell im Heft, in der App oder in beiden Medien platziert.