Aktuelles / Donnerstag, 14.12.2017

Wenn „BERLIN“
das Licht ausgeht

Düsteres Szenario: Kudamm und Tauentzien ohne Weihnachtsbeleuchtung. Foto: Carolin Brühl

Bei der Aktion der CDU handelte es sich nur um ein Szenario, wie es 2019 auf Kudamm und Tauentzien aussehen könnte, wenn der Vertrag mit Wall ausläuft.

Von Carolin Brühl

Manch ein Passant mag gedacht haben, es handelt sich um eine technische Panne, als der beleuchtete Schriftzug „BERLIN“ auf dem Mittelstreifen an der Ecke Tauentzien und Marburgerstraße am Mittwochabend plötzlich erlosch und erst nach einer halben Stunde wieder aufleuchtete. Doch die CDU Charlottenburg-Wilmersdorf wollte damit ein Zeichen setzen. Die Weihnachtsbeleuchtung von der Wall AG organisiert wird, wird nämlich 2018 so das letzte Mal stattfinden. Wer sich danach wieder um das Lichtspektakel, das die City West seit 14 Jahren zu einer winterlichen Attraktion für Berliner und Berlin-Besucher gemacht hat, kümmern wird, ist noch völlig ungewiss.

Wollen ein Zeichen setzen: Mitglieder der CDU Charlottenburg-Wilmersdorf mit dem Bundesabgeordneten Klaus-Dieter Gröhler (4.v.r.) und dem Abgeordneten Stefan Evers (3.v.r.). Foto: Carolin Brühl

„Durch die Kündigung des Vertrages mit der Wall AG durch den Berliner Senat ist nicht nur der Weiterbetrieb der öffentlichen WC-Anlagen ungeklärt, sondern es droht auch das Aus für die Weihnachtsbeleuchtung auf Kudamm, Tauentzien, Kant-, Knesebeck-, Uhland-, Fasanen- und Reichsstraße„, sagt der CDU-Bundestagsabgeordneten Klaus-Dieter Gröhler, der seinerzeit den Vertrag als Baustadtrat des City-West-Bezirks seinerzeit mit dem Stadtmöblierer schloss.

Mittel aus der City Tax für die Finanzierung der Weihnachtsbeleuchtung gefordert

Bisher lehne der Senat, nachdem er den Vertrag mit Wall unnötig gekündigt habe, eine alternative Finanzierung der Weihnachtsbeleuchtung aus der City-Tax ab und verlangt eine Kostenübernahme durch die Anlieger, so der Bundestagsabgeordnete. Der Senat übersehe, dass beispielsweise die Beleuchtung des Straßenzugs Kurfürstendamm und Tauentzien, als längster beleuchteter Straßenzug der Welt eine weit über Berlin hinaus wichtige touristische Attraktion ist und damit der ganzen Stadt dient. „Dieses Agieren des Senats ist völlig unprofessionell und unnötig“, so der Bundestagsabgeordnete.

„Armutszeugnis für Berlin“

Auch der Wilmersdorfer Abgeordnete und Generalsekretär der Berliner CDU, Stefan Evers, erklärte, dass seine Fraktion im Abgeordnetenhaus nun politischen Druck in dieser Frage ausüben und sie auch in die Haushaltberatungen einbringen wolle. „In dieser Stadt gibt es so viele, was nicht funktioniert, es macht einfach keinen Sinn, dass hier ohne Not eine Kooperation zerschlagen wird, die gut funktioniert“, so Evers. Gebe es 2019 keine Weihnachtsbeleuchtung in der City West mehr, sei das ein Armutszeugnis für ganz Berlin.

Glanzvoll: Der Schriftzug leuchtet wieder. Foto: Stefan Evers

 

 

Kommentare

  1. In diesem Punkt verdient die CDU Unterstützung, es wird auch Zeit, dass diese Partei mal wieder etwas unternimmt, was im Sinne der Stadt und der hier lebenden Menschen ist, was dank der Ära Merkel zur Ausnahme geworden ist. Man kann nur hoffen, dass den Worten auch deutliche Signale folgen in Richtung Senat, denn an so viel Glück, das wir die Gespenster der Gegenwart (RRG in Berlin) und die ewige Kanzlerin bis 2019 loswerden, glaube ich nicht. Aber es ist mal ein Schritt in die richtige Richtung. Und bei allem Parteigeplänkel, dann soll man ggf. FDP und AfD mit ins Boot nehmen, von RRG ist nichts zu erwarten, und ob man nun bestimmte Parteien mag oder nicht, Entscheidungen die richtig sind, werden nicht dadurch falsch, weil vermeintlich „falsche“ Personen diese auch vertreten.

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