Aktuelles / Mittwoch, 04.10.2017

Knesebeckstraße wird zum Paradies für Frühstücker

Servicekraft Eve Hohwieler im Nah am Wasser. Foto: Anja Meyer

Die Gastronomie in der City West wandelt sich weiter: In Knesebeckstraße hat ein weiteres Frühstückscafé eröffnet, das „Nah am Wasser“.

Von Anja Meyer

In der Knesebeckstraße hat vor Kurzem das dritte, hippe Café mit gesundem Frühstücksangebot eröffnet: Das „Nah am Wasser“ – es liegt zwischen dem „What do you fancy love“ und dem „1900 Café Bistro“. Der Name stammt von dem Neuköllner Café, das Inhaberin Gülay Ertürk-Ferchichi vor knapp drei Jahren mit ihrem Mann direkt am Kanal eröffnete. Zusammen mit ihrer engen Freundin Reyhan Akbar (40) wollte sie mit dem Konzept – frische, fair gehandelte, hausgemachte Speisen, die es auch vegan und gluteinfrei gibt – zudem schon seit längerem noch in die City West. „Hier hat man ja immer was zu tun, man geht einkaufen, muss zum Arzt oder etwas anderes erledigen“, sagt Gülay Ertürk Ferchichi, die in Kreuzberg aufgewachsen ist. Aber im Vergleich zu Kreuzberg oder Neukölln gebe es in Charlottenburg und Wilmersdorf noch nicht so viele solcher Läden, in die man dann gemütlich einkehren kann. „Das Publikum dafür ist aber da.“

Der gluteinfreie Orangen-Mandel-Kuchen kommt bei den Gästen gut an. Foto: Anja Meyer

Umso mehr haben sie und ihre Geschäftspartnerin und Freundin Reyhan Akbar sich gefreut, als sie beim Spazierengehen die leerstehenden Räume in der Knesebeckstraße entdeckten. Dann ging alles ganz schnell. Der Vermieter nahm ihr Konzept an, im Juni hatten die beiden die Schlüssel in der Hand und renovierten alles nach ihrem Geschmack: Freigelegtes Mauerwerk auf der einen Seite, unverputzter Beton auf der anderen. Dazwischen viel freundliches Weiß an den Wänden, Holztische und ein imposanter Holztresen mit einer riesigen Schieferntafel als Speisekarte. Die Inhaberinnen mussten einmal komplett umbauen, bis das Café im Stil des ersten Ladens in Neukölln hergerichtet war. Anfang September konnten sie dann eröffnen.

Konzept kommt an

Dass sich die City West schon seit ein paar Jahren gewandelt hat, merkt die Gastronomin daran, wie das neue „Nah am Wasser“ angenommen wird: Ohne großartig Werbung zu machen, sind schon nach ein paar Tagen viele Gäste im Laden gewesen – das Konzept scheint also auch in Charlottenburg anzukommen. Gülay Ertürk-Ferchichi betrachtet sich jedoch nicht als Konkurrentin zu den ähnlich stylischen Nachbarcafés. „Wir sind nur ein weiterer Akteur, der die Straße mit aufpeppt.“ Schräg gegenüber wolle bald noch ein Café eröffnen, erzählt sie.

Superfood und Konventionelles

Der Fokus im „Nah am Wasser“ liegt derzeit auf Frühstück sowie Kaffee und Kuchen. Einen Mittagstisch wie im Neuköllner Pendant gibt es noch nicht, dafür Superfood-Salate mit Quinoa zum Mitnehmen. Auch sonst legen die Inhaberinnen viel Wert auf gesunde Zutaten: Als Superfood bezeichnete Beeren und Samen wie Chia-Samen, Acai oder Goji-Beeren kommen auf der Speisekarte im „Nah am Wasser“ in den verschiedensten Variationen vor. Zum Beispiel im grünen Omelette mit Spinat und Kräutern oder im Acai-Bowl oder im Smoothie. Ertürk-Ferchichi selbst wolle mit ihrem Angebot jedoch niemanden den hippen Gesundheitskult aufdiktieren. „Mir ist es nur wichtig, dass jeder etwas findet – vom Veganer, Allergiker oder Fleischesser.“ Und so findet sich auf der Speisekarte auch der ganz konventionelle Frühstücksteller mit Käse, Salami und Schinken.

Information

„Nah am Wasser“, Knesebeckstraße 76, Charlottenburg