Kiezgeschichten / Freitag, 03.07.2015

Kinder gestalten ihre erste eigene Bibel

Verena Tigges (l.) und Mareike Witt von der Cansteinschen Bibelanstalt Berlin präsentieren die Lego-Bibel Foto: Anja Lindemann

Die erste Berliner Legobibel ist fertig. Gestaltet wurde sie von mehr als 500 Kindern im Rahmen des Religionsunterrichts mit Hilfe von Legofiguren.

Anja Lindemann
Zirka 250 Kinder waren aus dem Häuschen als Verena Tigges und Mareike Witt von der Cansteinschen Bibelanstalt Berlin die erste Berliner Legobibel präsentierten. Die evangelische Kirche am Lietzensee war bis auf den letzten Platz gefüllt. Insgesamt haben 32 Klassen mit über 500 Schülern und Schülerinnen zirka ein Jahr an dem Buch gearbeitet. „Etwa 400 Bilder haben wir von euch bekommen“, sagte Tigges, die die Schulklassen bei dem Lego-Bibel-Projekt koordiniert hat, bei der Präsentation in der Kirche.
Jede Klasse hat eine Doppelseite in dem Buch gestaltet. So wurde die biblische Josef-Geschichte dargestellt. „Wir haben die Hauptfiguren jeder Gruppe zur Verfügung gestellt, da Josef immer gleich aussehen sollte“, sagte Witt.

Jede Klasse bekam einen eigenen Abschnitt in der Geschichte. Die Kinder mussten die Szenen etwa in der Wüste oder im Gefängnis gestalten. „Wir haben Tücher, Decken, Sand und Blätter genutzt, um die Hintergründe zu bauen“, sagte Claudia Schwope, Religionslehrerin an der Lynar-Grundschule in Spandau. „Und natürlich ganz viele Legosteine“, sagte sie.
Zehn Kinder der fünften Klassen der Lynar-Grundschule arbeiteten regelmäßig an den Szenen. Die Schüler waren begeistert als am Freitag jeder von ihnen eine eigene selbst gestaltete Legobibel in der Hand hielt. Den Fünftklässlern Anton und Vanessa aus der Lynar-Grundschule habe es viel Spaß gemacht. „Ich habe die Geschichte besser verstanden, als ich sie dargestellt habe“, sagte Vanessa. Sie zeige das Buch auf jeden Fall ihren Eltern, weil es wunderbar sei, so etwas geschafft zu haben.
Lehrerin Claudia Schwope baue jetzt auf jeden Fall öfter mit Lego im Religionsunterricht.
Auch die Organisatoren der Cansteinschen Bibelanstalt sind zufrieden mit dem Verlauf. „Wir können uns gut vorstellen, dieses Projekt mit anderen biblischen Aspekten zu wiederholen“, sagte Witt.