Aktuelles / Freitag, 18.03.2016

K wie Kuchen und
Kranzler Eck Berlin

So soll das Neue Kranzler Eck künftig aussehen. Foto: NKE

Das Kranzler Eck ist noch immer ein Hotspot der City West. Das Ensemble am Kurfürstendamm wird jetzt umgestaltet. Ein neues Logo hat es auch bekommen.

Von Carolin Brühl

Pünktlich zum Beginn der Umbauarbeiten hat sich das Kranzler Eck ein neues Logo verpasst: Statt des kühlen geradlinigen K kommt die neue Bildmarke mit einem geschwungenen Großbuchstaben daher. Das neue K mutet wieder eher an den historischen Schriftzug aus den 50er-Jahren an, der über der Rotunde zu lesen ist. Die gibt der Ecke von Kudamm und Joachimsthaler Straße noch immer ihr Gesicht und barg bis zum Jahresende auch noch ein Rudiment der alten Kaffee- und Kuchen-Herrlichkeit. Mit dem neuen Logo geht auch eine Namensänderung einher: Aus dem Neuen Kranzler Eck wird nun das Kranzler Eck Berlin, was Freunde dieser prägenden Straßenecke in der City West vermutlich eher nicht anficht. Im Sprachgebrauch blieb und bleibt das Kranzler Eck trotz aller Umbauten der vergangenen Jahrzehnte das Kranzler Eck, wenn auch jede Veränderung argwöhnisch verfolgt wird.

20160318_105949

Nimmt die alte Bildsprache des Kranzler Ecks auf: Das neuen Logo des Quartiers. Foto: Carolin Brühl

Doch mit der Namensänderung soll vieles wieder besser werden, verspricht der Eigentümer des Quartiers. Seit 2013 gehört das rund 20.000 Qua­dratmeter große Areal zwischen Kurfürstendamm, Joachimsthaler Straße und Kantstraße dem norwegischen Staatsfonds und der Axa-Versicherung (AXA IM – Real Assets). Die Gesamtanlage steht unter Denkmalschutz. Dazu gehören auch das in der Nachkriegszeit von Hanns Dustmann errichtete frühere Bilka-Kaufhaus (heute Karstadt-Sport), das Café Kranzler und das Victoria-Haus (Büro- und Geschäftshaus).

Anknüpfen an die alte Anmutung

Um an die alte Anmutung anzuknüpfen, werden auf der Seite zum Kurfürstendamm die Glasvorbauten abgebaut. „Damit wird das Ensemble nach außen hin von einigen eher unvorteilhaften Adaptionen der letzten Jahrzehnte befreit und erhält mit großen, offenen Schaufenstern seine ursprüngliche Strahlkraft zurückt,“ so ein Sprecher des Investors. Das Hauptziel sei „die Modernisierung der Immobilie auf eine Art und Weise, die dieser Kulturstätte gerecht wird, da das Kranzler Eck am Kurfürstendamm einer der historisch bedeutendsten Orte Berlins ist.“

Drei Mieter ziehen aus

Als erstes haben die Bauarbeiter in den Räumen unter der Markise begonnen. Sie entfernen abgehängte Decken bei der Entkernung, ebenso Bodenbeläge und Technik.  Mitte Mai ziehen dann auch Schuhhof und Vodafone aus ihren Räumen aus. Sie nutzten bislang Flächen in den zwei Geschossen entlang der Joachimsthaler Straße. Das westfälische Modeunternehmen Gerry Weber hat bereits Ende vorigen Jahres geschlossen. Nach 15 Jahren lief der Mietvertrag aus.

Superdry zieht ein

Einziehen soll in die repräsentative Ecke die britische Bekleidungs- und Lifestylemarke Superdry mit ihrem ersten Flagship-Store in Deutschland und ihrer auf 3000 Quadratmetern nach eigenen Angaben weltweit größten Filiale. „Mit Superdry kommt ein echtes Highlight direkt von der Regent Street aus London nach Berlin“, wirbt ein Flyer des Investors. Das britische Modelabel wird auch das Café in der Rotunde betreiben. „Das Ziel ist es, das Café erneut in eine beliebte Destination für Einkäufer an den ,Champs-Élysées von Berlin‘ zu verwandeln“, heißt es beim Investor. Während der Öffnungszeiten von Superdry können Gäste des Cafés über die geschwungene Treppe durch den Laden in die Rotunde gelangen. Außerhalb der Öffnungszeiten komme man über einen separaten Eingang in das Café. Angedacht ist auch, die Bewirtschaftung auf die Terrasse über dem Modehaus auszuweiten, doch ob das Denkmalamt einer solchen Erweiterung zustimmt, ist noch ungeklärt. Auch für neue Pläne für den Innenhof sei es noch zu früh, sagt ein Sprecher.

„Behutsame Renovierungsarbeiten“

„Es ist ein Privileg, eine Immobilie mit einer derartigen nationalen Wichtigkeit wie das Kranzler Eck im Portfolio zu haben. Um seiner historischen Bedeutung gerecht zu werden, werden wir die Renovierungsarbeiten besonders behutsam durchführen und so das reiche kulturelle Erbe bewahren“, sag Axa-Manager Matthias Leube. Sein Unternehmen sei jetzt in der Lage, mit seinem ehrgeizigen Plan für dieses Projekt fortzufahren und wolle mit dem Handelsteil beginnen, der sich durch seine erstklassige zentrale Lage auszeichne. Fertig sein sollen die Umbauarbeiten Ende dieses Jahres.

 

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *