Aktuelles / Mittwoch, 13.09.2017

Immer donnerstags: Neuer Ökomarkt im Akazienkiez

Klein und bio: Der neue Ökomarkt an der Apostel-Paulus Kirche. Foto: Anja Meyer

Gemüse, Obst, Käse, Fleisch, Fisch, Wein und mehr: Vor der Apostel-Paulus Kirche hat ein neuer Ökomarkt eröffnet.

Von Anja Meyer

Im Akazienkiez hat ein neuer Ökomarkt eröffnet: Direkt vor der Apostel-Paulus Kirche, an der Akazienstraße, werden jetzt an jedem Donnerstag von 12 bis 18 Uhr verschiedene Stände mit biologisch erzeugten Produkten stehen. Am ersten Markttag am vergangenen Donnerstag waren elf Händler da. Neben Obst und Gemüse aus Brandenburg gab es Käse, Fisch, Kuchen, Brot, Wildspezialitäten wie Hirschwurst, Kaffee, Schmuck, Crêpe und Galettes sowie griechische Feinkost. In dieser Woche werden bereits 15 Händler erwartet.

Vierter Markt der Betreiberin

Marktbetreiberin Brigitta Voigt ist zufrieden mit dem Start des Ökomarktes. Weil die Akazienstraße immer gut besucht ist, schauen viele Passanten mal vorbei und fragen interessiert nach, ob der Markt jetzt jede Woche stattfindet. Tut er. Es ist bereits der vierte Wochenmarkt, den Voigt in den vergangenen sechs Jahren in Berlin ins Leben gerufen hat. Angefangen hatte alles mit ihrem ersten Ökomarkt im Moabiter Hansaviertel im Jahr 2011. „Die Leute haben uns damals wegen des Ökokonzeptes nicht einmal drei Monate gegeben“, erinnert sich Brigitta Voigt. „Aber wir sind immer noch da und nicht mehr wegzudenken.“ Für gute, biologisch erzeugte Produkte würden die Menschen eben auch gerne etwas mehr bezahlen. „Und so viel teurer ist es dann ja auch nicht.“

Johanna Modler vom Kaffeestand und Marktbetreiberin Brigitta Voigt. Foto: Anja Meyer

Den Standort vor der Apostel-Paulus Kirche hatte Brigitta Voigt ausgewählt, weil sie einen Markt an Plätzen besser findet, als an der Straße. „Wir müssen hier nichts sperren und es ist weitläufiger“, sagt sie. Außerdem ist so mehr Platz und die Händler müssen sich nicht so eng aneinander stellen. Café- und Crêpesstand stehen neben der Treppe der Kirche. „So kann man sich da gemütlich auf die Stufen setzen und beim Kaffee miteinander quatschen“, sagt Voigt. „Ein Markt hat ja auch immer eine soziale Funktion.“ Die Marktzeit hat sie bewusst spät angesetzt, damit Kunden auch nach Feierabend noch vorbeikommen können. Der Ökomarkt soll ganzjährig geöffnet sein, lediglich zwischen Weihnachten und Neujahr wird es eine Pause geben.

Händler müssen Bioproduktion nachweisen

Immer wieder bekommt Brigitta Voigt Anrufe von Händlern, die gerne auf ihrem neuen Markt verkaufen wollen. Fehlen tun ihr etwa noch Blumen- und Fleischhändler. Doch viele der Interessenten handeln nicht mit Bioprodukten. Damit sind sie sofort raus. „Die meisten Händler hier sind biozertifiziert“, sagt Voigt. „Wer kein Zertifikat hat, muss zumindest nachweisen können, dass er nur ökologisch erzeugte Produkte einkauft und verwendet.“ Das ist etwa bei Johanna Modler vom Kaffeestand Effie Biest der Fall. Sie hat acht Jahre im Kiez gelebt und ist froh, dass sie hier jetzt auch ihre Kaffeespezialitäten verkaufen kann. „Die Menschen sind hier so entspannt, das ist eine total angenehme Stimmung“, sagt sie.

Maria Papavassiliou verkauft biologisch hergestellte Spezialitäten aus ihrer griechischen Heimat. Foto: Anja Meyer

Auch Maria Papavassiliou freut sich, dass sie ihre biologisch angebauten, griechischen Spezialitäten wie Olivenöl, Saucen, Tees, Pinienhonig oder Antipasti jetzt im Akazienkiez verkaufen kann. „Ich lebe hier und habe mein Restaurant um die Ecke“, sagt sie. „Deshalb kenne ich sowieso schon viele Menschen aus dem Kiez, die vorbeikommen.“ Für sie ist es der erste Marktstand, den sie betreibt. Ihre Produkte am Stand werden von jungen Menschen und neu gegründeten Bio-Initiativen aus Griechenland hergestellt und sollen jetzt bekannt gemacht werden. „Dafür eignet sich doch so ein Ökomarkt perfekt“, sagt Maria Papavassiliou.

Information

Ökomarkt an der Akazienstraße, vor der Apostel-Paulus-Kirche. Donnerstags 12 bis 18 Uhr.