Aktuelles / Dienstag, 21.11.2017

Im alten Parkhaus am Lietzensee rumort es

Es tut sich etwas im Parkwächterhaus. Foto: Carolin Brühl

Noch liegt es fast ein bisschen verschlafen in der Herbstsonne. Aber im alten Parkhaus am Lietzensee geht es zur Sache. Das denkmalgeschützte Gebäude wird renoviert.

Von Carolin Brühl

„Am liebsten möchte man beides“, sagt Carsten Knobloch vom Verein Parkhaus Lietzensee. Doch Renovieren und weiter Angebote an die Nachbarschaft machen, sei derzeit leider nicht zu schaffen. „Wir fanden es aber eigentlich ganz schön, dass wir beispielsweise Anfragen bekommen haben, ob wir das Häuschen Ende Oktober wieder in ein Halloween-Haus verwandeln würden, so wie im vergangenen Jahr. Das war vor allem für die Kinder toll“, sagt der Vereinssprecher. Das zeige, dass das alte Parkwächterhaus als Institution in der Nachbarschaft schon angekommen sei, bevor es fertig ist.

Im vergangen Jahr war es an Halloween ganz schön gruselig am Parkwächterhaus. Foto: Sebastian Kringel

Entstehen soll ein ganzjährig nutzbarer Treffpunkt mit familienfreundlicher Gastronomie zur Stärkung der Nachbarschaft im Kiez. Aber bis der fertig ist, wird noch ein gutes Jahr ins Land gehen, auch wenn die Finanzierung für den Umbau des denkmalgeschützten Hauses inzwischen sichergestellt ist. 600.000 Euro hat der Verein für sein Konzept von der Lottostiftung bekommen und dank großzügiger Spenden aus der Nachbarschaft auch den dafür erforderlichen Eigenanteil von knapp 30.000 Euro in einem Spendenmarathon eingeworben.

Umkleideräume und Duschen werden ausgebaut

„Wir freuen uns und sich dankbar, uns dieser Herausforderung jetzt stellen zu können“, sagt Knobloch.  Die Planung sei weitestgehend abgeschlossen und auch im Innenbereich wird gearbeitet: „Wir haben jetzt die Heizungen ausgebaut, und sind dabei die ganzen Wasch- und Umkleideräume, die früher die Mitarbeiter des Grünflächenamts früher genutzt haben, zu entkernen.

Staubig und schweißtreibend: Carsten Knobloch (r.) und Steffan Kuczminski bauen die alten Waschräume aus. Foto: Carolin Brühl

Neben der groben Arbeit ist auch immer wieder sensible Feinarbeit erforderlich. So analysiert ein Restaurator die Schichten der Außenanstriche. „Es ist überraschend, was da alles zutage kommt. Wir sind selber neugierig, was er da letztlich ermittelt“, sagt Knobloch. Vielleicht sei das Parkhaus ja früher einmal sehr viel farbiger gewesen, als man sich heute vorstellen könne. Alles ließe sich auf den wenigen erhaltenen Schwarz-Weiß-Aufnahme aus der frühen Vergangenheit des Hauses eben nicht erkennen.

Ordentlich sortiert: Alte Mischbatterien aus dem Parkhaus. Foto: Carolin Brühl

Dennoch sei das Parkhaus immer noch offen, betont Knobloch. „Wir haben beispielsweise hier zur Zeit eine Pop Up-Ausstellung der Galerie Emerson mit Arbeiten von Frank Tornow und Peter Rode. Auch die Wand an denen ihrer Bilder jetzt noch hängen, wird demnächst eingerissen. Das wird dann aber ebenfalls wieder eine Kunstperfomance von einem Künstler mit einer Bohrmaschine, freut sich Knobloch, dass Kunstschaffende immer wieder das Projekt unterstützen. Auch eine Professorin der Kunsthochschule Weißensee begleite den Abriss mit einer Asche und Staub-Performance.

Noch hängen hier Bilder, bald kommt die Wand weg.  Foto: Carolin Brühl

Besucher im Parkhaus willkommen

Wer also einen Blick ins Haus bei romantisch-schummrigen Baustellenlicht wagen möchte, sei herzlich eingeladen. Die aktuelle Ausstellung ist noch bis 28. November zu sehen. Öffnungszeiten sind Sonnabend und Sonntag von 14 bis 18 Uhr sowie Montag, Dienstag und Freitag von 16 bis 18 Uhr.

 

Kommentare

    • Finden wir auch. Ist ein tolles Projekt, und wir bewundern aufrichtig das nimmermüde Engagement der Leute, die dahinter stehen. Ist viel Arbeit! 😀

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