Aktuelles / Freitag, 08.09.2017

Führungen durchs Deutschlandradio-Funkhaus

Das Deutschlandradio-Funkhaus steht unter Denkmalschutz. Am Wochenende werden Führungen angeboten. Foto: Anja Meyer

Das Deutschlandradio-Funkhaus am Hans-Rosenthal-Platz ist eines der Gebäude, die ihre Türen zum Tag des offenen Denkmals am Wochenende öffnen.

Von Anja Meyer

Zum Tag des offenen Denkmals an diesem Wochenende öffnet in der City West unter anderem das Deutschlandradio-Funkhaus seine Türen für Besucher: Bei kostenfreien Führungen können sich Interessierte am 9. und 10. September über das unter Denkmalschutz stehende Funkhaus und über seine Geschichte informieren.

Haus mit runder Ecke

Das Haus mit der runden Ecke wurde einst vom Architekten Walter Borchard (1887 bis 1946) als Verwaltungssitz der Bayerischen Stickstoffwerke AG entworfen und in der Zeit von 1938 bis 1941 fertiggestellt. Es ist eines der wenigen Gebäude, die nach dem generellen Baustopp zum Kriegsbeginn am 1. September 1939 weitergebaut werden durften. Der Grund: Stickstoff war für den Bau von Bomben wichtig, deshalb sollte der Verwaltungssitz der Firma fertiggestellt werden. Unter dem Haus gibt es vier Stockwerke Bunkeranlage – die heute jedoch nur noch zum Teil zugänglich sind.

Bis 1993 sendete hier der RIAS

Von 1948 bis 1993 sendete der Rundfunk im amerikanischen Sektor, der RIAS, von hier aus als „freie Stimme der freien Welt“. Zu dieser Zeit baute der Radiosender RIAS weitere Räume ein, um den Lärm vom Flughafen Tempelhof abzuschirmen. Im oberen Bereich des Funkhauses sind bei den Führungen das historische Studio 5 sowie der ehemalige „Raum für Betriebsappelle“ aus der NS-Zeit zu sehen. Dieser Raum wurde bis in die 1970er-Jahre für Live-Sendungen genutzt. Namenspatron des Platzes, der beliebte Showmaster und Entertainer Hans Rosenthal nahm seine Radiosendung hier vor Publikum auf. Heute wird in dem Gebäude das Programm von Deutschlandfunk Kultur produziert. Während der Führungen können sich Besucher daher zum einen über die Geschichte des Hauses und zum anderen darüber informieren, wie das bundesweit ausgestrahlte Kulturradio täglich entsteht.

Tag des offenen Denkmals

Der Tag des offenen Denkmals geht auf den ehemaligen, französischen Kulturminister Jack Lang zurück, der 1984 zum ersten Mal einen Tag der offenen Tür in denkmalgeschützten Gebäuden aufrief. Dem Beispiel folgten mehrere europäische Länder, in Deutschland wurde der erste Tag des offenen Denkmals im Jahr 1993 organisiert. Seither öffnen bundesweit an jedem zweiten Septembersonntag denkmalgeschützte Gebäude, die sonst nicht oder nur teilweise öffentlich zugänglich sind, ihre Pforten. In der City-West sind darunter zum Beispiel das ehemalige Postamt in Schöneberg, Oskar Kaufmanns Theaterbauten am Kudamm oder der Woga-Komplex am Lehniner Platz. Eine vollständige Karte aller offenen Denkmäler gibt es auf der Website der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. 

Information

Deutschlandradio-Funkhaus am Hans-Rosenthal-Platz; 10825 Berlin. Kostenfreie Führungen am 9. und 10. September von 10 bis 17 Uhr.