Aktuelles / Samstag, 02.09.2017

Mit Glamour: Freakige Shakes aus Schöneberg

Der Salted-Caramel-Freakshake wartet mit Salzbrezeln, Karamellsirup und Popcorn auf. Foto: Anja Meyer

Freakshakes sind der Instagram-Food-Hit des Sommers. In der City West gibt es die freakigen Shakes mit Süßigkeiten und Sahne im Schöneberger Cupcakeladen.

Von Anja Meyer

Christina Philippi muss sich jetzt beeilen: Nachdem Kellnerin Vanessa Stein ihren Freakshake auf den Tisch gestellt hat, bleibt nicht viel Zeit. Spätestens in ein bis zwei Minuten werden die ersten Teile der Dekorationen aus rohem Keksteig, Schokoguss und Streuseln aus der Sahne tropfen und der Shake wird langsam in sich zusammenbrechen. Also schnell das Smartphone aus der Tasche ziehen, ein Foto von dem opulent verzierten Milchshake machen, mit den Hashtags Freakshake und Cupcakeladen versehen und in die persönliche Instagram-Story posten. Danach kann die 22-Jährige ihren Freakshake dann in Ruhe genießen.

Christina Philippi aus Wilmersdorf hat sich für einen Cookie-Dough-Freakshake mit rohem Keksteig entschieden. Foto: Anja Meyer

Für dieses Erlebnis ist Christina Philippi an diesem Donnerstagmittag von Wilmersdorf in den Schöneberger Cupcakeladen gefahren. Auf Instagram bewundert sie die mächtigen Monster-Milchshakes schon lange, jetzt wollte sie das Trend-Getränk, das ursprünglich aus Australien stammt und zuerst dort und in den USA über Social-Media-Plattformen viral ging, mal selbst probieren. „In Berlin gibt es ja noch nicht so viele Läden, die Freakshakes anbieten“, sagt Christina Philippi. „Und die aus Schöneberg sahen besonders cool aus.“ Sie löffelt ein bisschen Sahne runter, zieht am Strohhalm. „Lecker!“

Je mehr, desto besser

Freakshakes sind Milchshakes mit den gewissen Extras. Cookies, Donuts, frittierte Kekse, Zimtschnecken, Brownies, Gummibärchen, Lollies, ordentlich Sirup und viele bunte Streusel – es gibt eigentlich nichts, was nicht auf den Shake gestapelt werden kann. Je mehr, desto besser. Das Grundrezept besteht aus Eis, Milch und Schlagsahne, das Glas wird mit einer Ganache aus dunkler, heller oder weißer Schokolade verziert. So können von außen noch Süßigkeiten mit der Ganache angeklebt werden – denn beim Freakshake zählt die Optik genauso viel wie der Geschmack.

Idee stammt aus Australien

Die Idee von Freakshakes wurde 2015 in einem kleinen Café im australischen Canberra entwickelt. Dort stehen die Gäste mittlerweile bis zu 45 Minuten an, um einen der monströsen Shakes zu ergattern. An schönen Tagen gibt es im Schöneberger Cupcakeladen auch mal Warteschlangen, wenn auch nicht ganz so lange. „Die Leute trinken den aber eigentlich bei jedem Wetter“, sagt Inhaberin Inga Levitan. „Wir überlegen auch, ob wir im Winter heiße Freakshakes anbieten.“

Der Hit auf Instagram

Levitan hat den Trend im vergangenen Sommer gemeinsam mit ihrer Mitarbeiterin Vanessa Stein eingeführt. „Ich habe das auf Instagram gesehen und dachte mir: Das können wir auch“, erinnert Vanessa Stein sich. „Außerdem macht es ja auch Spaß, sich Kreationen auszudenken und dabei voll zu übertreiben.“ Ihre Chefin war sofort angetan. Während die Freakshakes im vergangenen Sommer im Cupcakeladen noch nicht ganz so begehrt und ganz so kunstvoll waren, sind sie in diesem Sommer der Hit. „Die Leute reißen uns die Shakes aus den Händen“, sagt Inga Levitan. Unter den Fans seien Kinder wie Erwachsene, Frauen wie Männer. „Wir machen täglich 40 bis 50 Freakshakes – am Wochenende noch mehr.“

Vanessa Stein hatte die Idee, die Freakshakes nach Schöneberg zu bringen. Mit ihrer Chefin Inga Leviten hat sie ein Rezeptbuch herausgebracht. Foto: Anja Meyer

Die Rezepte kreieren Inga Levitan und Vanessa Stein gemeinsam. Gerade haben sie ein Buch mit 18 verschiedenen Freakshake-Rezepten herausgebracht. Der verrückteste Freakshake, den sie jemals angeboten haben, war ein Einhorn-Shake. Ein Himbeer-Blaubeer-Getränk mit Glitzer, regenbogenfarbenen Gummischlangen und rosa Marshmallows. Den gab es als Sonderaktion an zwei Wochenenden. Ansonsten stehen immer vier verschiedene Freakshakes zur Auswahl. Im Moment sind das der Cookie Dough mit rohem Keksteig, der Funfetti mit Cupcake und Streuseln, der Berry Cheesecake und der Salted-Caramel-Freakshake mit Popcorn, Salzbrezeln und Karamell. „Wenn wir die Freakshakes an den Tisch bringen, kommt immer erst einmal ein ‚Oh Gott‘ oder ‚Ist das krass‘ von den Leuten“, erzählt Vanessa Stein. „Und dann werden Selfies gemacht.“

Nicht unter 1000 Kalorien

Selbst trinken die Mitarbeiterinnen des Cupcakeladens die Freakshakes nur, um neue Rezepte zu probieren. Chefin Inga Levitan ist im siebten Monat schwanger. „So eine Zuckerbombe mute ich meinem Kind dann doch nicht zu“, sagt sie. Wie viele Kalorien die einzelnen Shakes haben, rechnet Inga Levitan lieber nicht aus. „Unter 1000 Kalorien hat hier definitiv keiner.“ Deshalb bezeichnet sie die Shakes in ihrem Rezeptbuch auch als sättigende Zwischenmahlzeit. Einige Gäste würden sich die sogar mehrmals pro Monat gönnen – und trotzdem noch eine Top-Figur haben. „Wie das dann funktioniert, verstehe ich auch nicht“, sagt Inga Levitan.

Information

Cupcakeladen Schöneberg; Frankenstraße 15; 10781 Berlin.

 

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