Aktuelles / Donnerstag, 07.09.2017

Kulinarische Weltreise mit
Aussicht im Bikini Berlin

Hingucker mit Rausgucker: Bikini-Berlin-Geschäftsführerin Antje Leinemann vor einer Fototapete, die zeigt, wie der Food-Market aussehen soll. Foto: Carolin Brühl

Wenn alles gut läuft, soll der neue Food Market im Bikini Berlin bis zum Jahreswechsel fertig sein. Ein Highlight ist ein riesiges Panorama-Fenster in den Zoo.

Von Carolin Brühl

In der Wand im ersten Stock des Bikini Berlin klafft ein Riesenloch. Unten im Zoo sieht man die Schwarzstörche in ihrer Voliere mit den Schnäbeln klappern. Es kommt daher nicht von ungefähr, dass „Schnabulieren“ genau das umschreibt, was man bald auf der anderen Seite des Lochs im ersten Stock des Bikini-Hauses tun kann. Hier entsteht bis zum Jahresende auf 1800 Quadratmetern der Food Market „Kantini“. In 13 Ständen soll Bekanntes wie Currywurst neu interpretiert werden, aber auch Newcomern aus aller Welt die Chance gegeben werden, zu zeigen, was sie kulinarisch zu bieten haben.

„Etwas Vergleichbares hat sich in Berlin bisher noch nicht etabliert“, sagt Bikini-Berlin-Geschäftsführerin Antje Leinemann, die dem Gebäudekomplex zwischen Bahnhof Zoo und dem Elefantentor mit ihren Ideen seit rund 1,5 Jahren ihren Stempel aufdrückt. Aber das Konzept entspräche dem, was derzeit einfach zum wachsenden Selbstbewusstsein der wiedererstarkenden City West passen würde, sagt sie.

Beliebt und ruhig: Das Panorama-Fenster im Erdgeschoss des Bikini-Hauses mit Blick auf ein Affengehege. Foto: Carolin Brühl

Schon im Erdgeschoss des Bikini-Hauses ist das große Panorama-Fenster ein beliebter Rausgucker, wo sich bei einer Tasse Kaffee das Spiel der Affen im angrenzenden Zoo besichtigen lässt.  Das riesige Loch in der Wand soll ebenfalls zu einem 18 Meter langen und drei Meter hohen Panorama-Fenster mit Blick auf die Vogel-Volieren werden. Doch anders als im Erdgeschoss wird sich das neue Fenster zum Zoo öffnen lassen und so an warmen Tagen aus dem geschlossenen Raum eine luftige Loggia machen. Der Einbau des Panorama-Fensters war auch eine Herausforderung für die Statik des 1957 erbauten Hauses an der Budapester Straße. „Aber es ist uns gelungen“, sagt Projektleiterin Ines Marrin.

Noch ein Loch in der Wand des Bikini-Hauses, bald ein Panorama-Fenster. An warmen Tagen lässt es sich zu einer Loggia mit Blick auf die Vogel-Volieren des Zoo öffnen. Foto: Carolin Brühl

So ähnlich soll die Loggia des Food Markets einmal aussehen. Foto: Carolin Brühl

Außergewöhnliche Gerichte aus aller Welt

Auch wenn der künftig Food Market noch eine Baustelle ist, stehen die meisten Mieter für das Kantini im Bikini bereits fest. „An einigen Ständen werden die Speisen direkt vor den Augen der Kunden zubereitet, in anderen wird im Hintergrund gekocht und die fertigen Gerichte dann in der Auslage präsentiert“, sagt die Bikini-Chefin. Zu den Mietern zählen die Berliner Curry Company, Freunde italienischer Küche sollen bei Pasta Deli und bei Italian Street Food auf ihre Kosten kommen. Hinzu kommt mit dem EO Market ein Anbieter, dessen Gäste sich ihr Lieblingsgericht individuell aus unterschiedlichen Komponenten zusammenstellen können. Authentische mexikanische Küche verspricht das Chaparro Cucina, während Anhänger der Middle East Cuisine im Djimalaya israelische Gerichte kennen lernen können. Asiatische Küche soll im Royals & Rice angeboten werden, darunter ausgefallene koreanische Kreationen. Als bisher europaweit einmalig wird das Konzept von Sons of Mana angesehen, bei denen hawaiianische Spezialitäten wie Poke Bowls angeboten werden. Wer Spaß an außergewöhnlichen Desserts hat, kann bei der Eis-Manufaktur Ice Guerilla sowie der aus Südafrika stammenden Patisserie Yummyness vorbei schauen.

Boxen halten das Angebot spannend

„Wir wollen es aber im Food Market aber so ähnlich halten wie mit den Pop-up-Boxen im Shopping-Bereich“, sagt Leinemann. Auch hier soll wieder kreative Newcomern die Möglichkeit geboten werden, ihr Konzept zeitlich begrenzt auszuprobieren und so für sich zu werben. Das Konzept im Shopping-Bereich scheint immerhin gelungen. Sechs ehemalige Mieter einer temporären Start-up-Box, Groove Fashion, Bam Berlin, Mabba, Promobo, Lakrids und Feeliny sind inzwischen in feste Läden des Hauses übersiedelt. Und für die Boxen gibt es der Bikini-Chefin eine lange Warteschlange mit Interessenten: „Es ist schön, wenn man Auswahl hat, und das Angebot spannend erhalten kann.“

Die Öffnungszeiten den künftigen Food Markets sollen sich bislang noch an denen der Läden richten, die um 20 Uhr schließen, doch wenn der Bedarf sich so entwickelt, könne man sich auch eine Ausweitung der Öffnungszeiten in die Abendstunden überlegen, denn „nichts ist so beständig wie der Wandel im Handel“, sagt Leinemann.

 

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