Aktuelles / Mittwoch, 08.11.2017

Ein neues Buch mit alten
Bildern aus Wilmersdorf

Das Buttergeschäft des Bruno Ehrhardt befand sich an der Berliner Straße 30. Das Foto mit der schmucken Verkäuferin stammt aus dem Jahr 1914. Foto: F.Rep.290 (01) Nr0348303/Sutton Verlag

Vom Bauernhof über die selbstständige Stadt hin zum Bezirk von Groß-Berlin. Wilmersdorf hat eine rasante Entwicklung. Ein neues Buch zeigt alte Bilder.

Von Carolin Brühl

Im Vergleich zum Alter von Städten wie Augsburg oder Worms ist Berlin geradezu ein Backfisch. Auch Wilmersdorf kam mit vielen anderen Umlandgemeinden erst 1920 zu Berlin. Das Dorf, das 1890 gerade mal 5600 Einwohner hatte und noch weit vor den Toren Berlins lag, ist im Boom der Gründerzeit schnell gewachsen. Heute leben im gemeinsamen City-West-Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf 326.354 Einwohner, in etwa vergleichbar mit Städten wie Bonn oder Münster.

Heute das Bürgeramt am Hohenzollerndamm 174-175, 1949 noch das „Haus der Konfektion“. Auf dem Dach des geschwungenen Baus hinter dem ehemaligen Rathaus Wilmersdorf gab es sogar ein Dachrestaurant. Foto: Otto Hagemann, F.Rep.290 (01) Nr0167355/Sutton Verlag

Vor allem in der Zeit zwischen Zwischen 1870 und 1920 verwandelte sich das Bauerndorf Wilmersdorf in rasantem Tempo in eine dynamische Stadt. Zwischen der heutigen Bundesallee und Grunewald, dem Kurfürstendamm und Schmargendorf entstanden in rascher Folge Gewerbe und Handwerksbetriebe, Geschäfte und Vergnügungsstätten für Berliner, die sich in den neuen Wohnvierteln ansiedelten und alteingesessenen Wilmersdorfern, die dank der guten Verkaufserlöse zu „Millionenbauern“ wurden, deren Spuren noch heute in Form von Stiftungen oder elegant ausgestatteten U-Bahnhöfen zu finden sind.

Die Gaststätte „Schultheiss am Fehrbelliner Platz“ 1955. Foto: Bert Sass, F.Rep.290 (03) Nr0041617/Sutton Verlag

Der Berliner Autor Christian Hopfe hat für seinen neuen Bildband „Berlin-Wilmersdorf“ in öffentlichen und privaten Archiven rund 150,  zum Teil unveröffentlichte Bilddokumente ausgewählt. Die Aufnahmen, die zwischen 1900 und 1965 entstanden sind, vermitteln einen Eindruck vom Alltag der Handwerker wie Schuhmacher, Optiker oder Apotheker. Sie zeigen kleine Eckkneipen und verlockende Auslagen von Feinkost- und Kolonialwarenhändlern. Einige der Traditionsfachgeschäfte, wie der Parfümerie Himmer am Rüdesheimer Platz oder Radsport Sonntag gibt es noch heute. Auch Utermarck hat sich aus einem 1919 gegründeten Schreibwarenhandel in ein Papierhaus und in eine der bekanntesten Buchhandlungen des Bezirks entwickelt. Ein guter Ort also, um ein neues Buch über Wilmersdorf vorzustellen.

Information

Eine Signierstunde mit Christian Hopfe gibt es am 15. November, um 16 Uhr, in der Buchhandlung Utermarck an der Breiten Straße 24 in Schmargendorf. Das Buch kostet 20 Euro.

 

 

 

 

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