Aktuelles / Dienstag, 12.09.2017

Ein goldener Riss soll an
die Terroropfer erinnern

Ein goldener Riss im Boden: So soll das Mahnmal an der Gedächtniskirche aussehen. Simulation: Merz Merz GmbH & Co. KG/Senatskanzlei

Die Entscheidung ist gefallen: Das Mahnmal für die Terroropfer vom Weihnachtsmarkt auf Breitscheidplatz wird am Jahrestag im Dezember enthüllt.

Die Entscheidung einer Jury für einen der sieben eingereichten Vorschläge fiel am Dienstag, wie der Senat mitteilte. Der Entwurf des Designerbüros Merz Merz GmbH & Co. KG sieht vor, dass ein Teil des Bodens auf dem Breitscheidplatz einen Riss erhält und dieser durch eine goldfarbene Legierung aufgefüllt wird. Die Namen der Todesopfer und ihre Herkunftsländer sollen auf der Vorderseite der Stufen vor der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche stehen.

Direkt nach dem Anschlag hatte sich ein Gedenkort gebildet

Noch immer halten Menschen am Ort des Anschlags inne und legen Blumen nieder oder zünden Kerzen an. Foto: Carolin Brühl

Dort tötete ein islamistischer Terrorist mit einem Lastwagen am 19. Dezember 2016 elf Menschen und verletzte mehr als 60. Zuvor hatte er den polnischen Fahrer des Lasters erschossen. Direkt an der Kirche hatte sich nach dem Anschlag ein Gedenkort gebildet, wo bis heute Blumen liegen und Kerzen stehen. Das Mahnmal wird sich damit zum Teil auch auf dem Kirchengrundstück befinden. Der Bau des Mahnmals soll nach Angaben der Senatsverwaltung jetzt schnell beginnen. Das Gedenkzeichen soll am 19. Dezember 2017, dem ersten Jahrestag des Terrorakts auf dem Breitscheidplatz, offiziell eingeweiht werden.

Auch die Inschrift steht fest

Die Inschrift steht schon länger fest: „Zur Erinnerung an die Opfer des Terroranschlags auf dem Weihnachtsmarkt am 19. Dezember 2016. Für ein friedliches Miteinander aller Menschen. In dieser Nacht starben:“ Dann folgen die Namen. Das Mahnmal soll inklusive des Künstlerhonorars und der Herstellung höchstens 100.000 Euro kosten. Die Jury bestand aus sechs Experten aus den Bereichen Architektur, Design und Gestaltung sowie fünf Vertretern der Politik und der Gedächtniskirche.

Der zweitplatzierte Entwurf der Braun Engels Gestaltung versinnbildlicht ein Blatt aus Edelstahl, das auf die Stufen vor der Kirche fällt. Die Namen und Herkunftsländer der Opfer würden aus ähnlichem Material auf das Blatt aufgebracht. Simulation: Braun Engels Gestaltung

„Der Terroranschlag auf dem Breitscheidplatz hat uns tief getroffen. Bis heute ist die Anteilnahme überwältigend. Menschen aus aller Welt legen Blumen nieder oder zünden Kerzen an, um an die Opfer zu erinnern. Wir wollen diesem Gedenken dauerhaft einen Ort geben“, sagte der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller. „Uns war wichtig, dass dieser Ort ein würdiges Gedenken ermöglicht, bei dem die Opfer im Zentrum stehen“, so Müller. Das leiste der vom Preisgericht zur Realisierung empfohlene Entwurf. Zugleich weise die Botschaft des Gedenkorts, wie ihn der Entwurf gestaltet, mit dem Appell an das Miteinander der Menschen in die Zukunft.

Zum Wettbewerb waren sieben Gestalterinnen bzw. Gestalter, Architektinnen bzw. Architekten sowie Designerinnen bzw. Designer eingeladen. Alle Eingeladenen hatten ihre Entwürfe fristgerecht eingereicht. Alle Entwürfe sind im Rahmen einer Ausstellung vom 16. bis 25. Oktober im Berliner Rathaus zu besichtigten.