Aktuelles / Freitag, 08.12.2017

Die Schlange steht jetzt
unter Denkmalschutz

Das Wohngebirge im Süden von Wilmersdorf steht nun unter Denkmalschutz. Foto: pa/dpa

Das Landesdenkmalamt hat die Autobahnüberbauung Schlangenbader Straße, im Volksmund Schlange genannt,  in die Denkmalliste von Berlin eingetragen.

Die sogenannte Schlange in Berlin-Wilmersdorf steht nun unter Denkmalschutz, wie die Senatsverwaltung für Kultur und Europa am Freitag mitteilte. Bei der „Schlange“ handelt es sich um einen Wohnbau, der den Abzweig Steglitz der Stadtautobahn 100 überbrückt. Die Straße verläuft etwa 600 Meter lang unter dem Haus in einem Tunnel.

Fast 1800 Wohnungen

Der 1980 fertiggestellte Komplex beinhaltet insgesamt 1759 Wohnungen, davon 1064 in der Überquerung und 695 im Randbau, sagte Bernhard Kohlenbach vom Landesdenkmalamt Berlin. Damit zählt der Bau zu den größten zusammenhängenden durchgängig begehbaren Wohnkomplexen Europas. Wegen der Größe habe es damals eineinhalb Jahre gedauert, bis alle Mieter eingezogen waren, sagte Kohlenbach. Laut der Senatsverwaltung ist das „terrassierte Wohngebirge (…) über Berlin hinaus eines der wichtigsten Zeugnisse der Megastrukturen, die in den 1960er- und 1970er-Jahren die internationale Stadtplanung bestimmten.“

 

 

Kommentare

  1. Selbstverständlich steht es jetzt unter Denkmalschutz, schließlich ist es ja ein Bauskandal, da müssen die Landesdenkmalschützer Ihre schützenden Hände ausbreiten. Wenn man betrachtet, was die Denkmalschützer als schützenswert betrachten, Gloria-Palast (aufgehoben), Schimmelpfeng-Haus (aufgehoben), das Hutmacherhaus, die Ruine am Teufelsberg und viele andere entweder als Schandfleck oder teilweise sogar als Müllkippe zu bezeichnenden Objekte, dagegen nicht das KaDeWe oder die Deutschlandhalle, dann könnte man auf die Idee kommen, je abscheulicher ein Bau, je abstoßender eine Bauphase, desto mehr fühlen sich jene Entscheidungsträger dazu ermutigt, den Schandfleck zu schützen. Ich erlaube mir aber die Frage, wenn eine Behörde im Kern Erhaltenswertes nicht schützt, bei vielen anderen Objekten aber nur ein Hemmnis schafft, warum schafft man dann diese überflüssigen Arbeitsplätze nicht ganz ab.

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