Aktuelles / Dienstag, 06.06.2017

Die Regenbogenstühle
haben ihr Ziel erreicht

Zwischen Himmel und Erde: Ein letzter Handgriff und der Stuhl schwebt. Foto: Sofia Mareschow

Erst wurden die Stühle in allen Farben des Regenbogens bemalt, nun hängen sie an Bäumen in Halensee. Die jungen Künstler haben alle eins gemeinsam viel Fantasie und das Down Syndrom.

Von Sofia Mareschow

Nun sind sie angekommen an ihrem Ziel und schweben wie skurrile Fabelwesen umgeben von Laub in in luftiger Höhe. Die elf Stühle des Projekts „Goldener Regenbogenstuhl“ der Berliner Künstlerin Jutta Poppe hängen paarweise in den Bäumen des Parkplatzes vor dem sonst eher nüchternen Bauhaus in Halensee. Die jungen Künstler, die die einfachen Holzstühle mit Pinsel, Farbe, Gefühl und Phantasie verziert haben, strahlen glücklich bei ihrer eigenwilligen, besonderen Vernissage, die so besonders ist wie sie selbst. Die Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen – haben das Down Syndrom.

Genau beobachtet: Die jungen Künstler schauen in Begleitung von Freunden und Familie zu, wie die Stühle in die Bäume gehängt werden. Foto: Sofia Mareschow

Fünf der Künstler sind heute dabei – mit Eltern, Geschwistern und Freunden. Die kleine Truppe, die sich am Dienstagnachmittag in der gleißenden Sonne zusammengefunden hat, fällt auf im Gewusel ein- und ausparkender Kundenautos. Die Initiatorinnen überwachen die ordnungsgemäße Platzierung der Stühle und ihre Sicherung mit goldfarbenen Schlössern. Auch Volker Hannemann, der Leiter der Farbenabteilung und ein Sponsor der Aktion, lächelnd für Erinnerungsfotos.

Zufrieden mit dem Erfolg ihrer Aktion: Susanne Voss und Jutta Poppe. Foto: Sofia Mareschow

Susanne Voss, Leiterin der Neu Westender „Traumdisco“, einer inklusiven Tanzveranstaltung, hatte Räumlichkeiten für die Aktion zur Verfügung gestellt. Die Freude leuchtet ihr aus den Augen, als sie von ersten Publikums-Reaktionen berichtet. „Kaum hatten wir mit der Aktion angefangen, schon hatten wir die erste Spende für die Traumdisco bekommen, von einem Passanten“, sagt sie. Die Kunstobjekte werden fünf Wochen auf dem Bauhaus-Parkplatz ausgestellt, dann kommen sie in den Jugendclub, wo sie im Rahmen der Juli-Traumdisco gewürdigt werden. „Am 14. Juli steigt um 17.30 Uhr die Party“, sagt sie.

Glückliche Tage in emsiger Teamarbeit

Für Benny (30), Henriette (16), Aleksandar (28), Giorgio (15) und Marvin (23), fünf der Künstler, die heute dabei sind,  zählt vor allem das schöne Gefühl, etwas Tolles, Cooles erschaffen zu haben. Die Wertschätzung, das Lächeln, die Freude in den Gesichtern der Betrachter. Und natürlich die Erinnerung an zwei unbeschwerte, glückliche Tage emsiger Teamarbeit in harmonischer Gemeinschaft.

Alle applaudieren, als der letzte Stuhl befestigt ist. „Es sind ja auch Gute-Laune-Stühle“, sagt Jutta Poppe. Vielleicht ja tatsächlich der Beginn einer zumindest berlinweiten Reise, um anderen Menschen Freude zu bringen.