Aktuelles / Freitag, 11.03.2016

Design selbstgemacht in
der Bauhaus-Werkstatt

Die Kinder erfreuen sich besonders an den Farben. Foto: Charlene Rautenberg

Die Bauhaus-Werkstatt lädt jeden Sonnabend Kinder, Jugendliche und ihre Eltern ein, sich praktisch mit Design zu beschäftigen. Ein Blick hinter die Kulissen.

Von Charlene Rautenberg

Was ist Design? Die Anwesenden zögern etwas, die Museumspädagogen Nils Hauer und Yella Hoepfner helfen nach. Nun gut, es ist Sonnabendmorgen und die Teilnehmer der Bauhaus-Werkstatt interessiert ja vor allem das praktische Arbeiten. Bis zum 25. Juni 2016 kommen jeden Sonnabend von 11 bis 14 Uhr Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus ganz Berlin im Pavillon „bauhaus re-use“ des Bauhaus-Archivs zusammen, um Dinge mit eigenen Händen zu gestalten.

Design-Nils und Yella (Bild3)

Die Museumspädagogen Nils Hauer und Yella Hoepfner stehen den Teilnehmern mit Rat und Klebepistole zur Seite. Foto: Charlene Rautenberg

Nach der Einweisung geht es direkt ans Werken, auf einer langen Tafel finden sich Farben, Pinsel, Papier und noch mehr Materialien zum kreativen Arbeiten. Die Teilnehmer bekommen Schürzen, die an so manchem Herrn doch sehr klein aussehen. Zur falschen Größe gegriffen. Nach der Aufwärmübung, mit der linken Hand zeichnen, wird zu Schablonen, Sägen und Sperrholzplatten gegriffen. Daraus entstehen dann zwei-oder dreidimensionale Arbeiten, wie die von Lubna Khalid. Die 22-jährige studiert Produktdesign in Kairo und ist für ein Auslandssemester nach Berlin gekommen. Sie ist zum zweiten Mal in der Werkstatt. Ihr Turm aus Sperrholz erinnert an die Silhouette des Bauhaus-Archivs, das man durch die Glasfront des Pavillons sehen kann. An diesem Tag hat sie ihr Modell in den Pavillon getragen, um ihm einen Anstrich zu verleihen. Nebenan Kinderstimmen, Sägen und das Rascheln von Papier.

„Hier kann jeder mitmachen“

„Hier kann jeder mitmachen“, sagt der Architekt und Museumspädagoge Nils Hauer. Bei der Bauhaus-Werkstatt geht es darum, dass sich die Teilnehmer selbstständig oder in Gruppen praktisch mit Architektur und Design auseinandersetzen. Einfache, alltagsnahe Gegenstände sollen zu eigenen Beobachtungen anregen und zu Gestaltungsideen inspirieren. Jede Woche gibt es eine „kleine Menükarte“, aus der man sich eine Aufgabe aussuchen oder eigene Gestaltungsideen ableiten kann. Es soll mit unterschiedlichen Materialien zu wechselnden Themen gearbeitet werden, diese sind meist abgestimmt auf die aktuelle Ausstellung im Museumsbau. Gefördert wird das Projekt durch den Arbeitskreis selbstständiger Kultur-Institute e.V. mit Geldern der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und in Zusammenarbeit mit Jugend im Museum e.V.

Die Bauhaus-Werkstatt ist für Jung und Alt. Sinan, 6, übt das Sägen. Foto: Charlene Rautenberg

Die Bauhaus-Werkstatt ist für Jung und Alt. Sinan, 6, übt das Sägen. Foto: Charlene Rautenberg

Pünktlich sein lohnt sich

Für die Teilnahme spielt das Alter keine Rolle. Franziska Heine war mit ihrer fünfjährigen Tochter Mika und ihrem einjährigen Sohn Lois schon mehrmals dabei. Neben ihnen am Tisch gibt Pascale ihren Söhnen eine Anleitung auf Französisch. Sie hat von dem Workshop über eine befreundete Designerin in Paris erfahren. Wie bei den Terminen zuvor ist der Raum nach eineinhalb Stunden voll. Wer an der Bauhaus-Werkstatt teilnehmen will, sollte also pünktlich sein. Und vielleicht nicht sein bestes Hemd anziehen.

Design-Pavillon (Bild2)

Der temporäre Pavillon des Bauhaus-Archivs/Museums für Gestaltung bietet Raum für kreative Ideen. Foto: Charlene Rautenberg

Informationen

Bauhaus-Werkstatt
Pavillon „bauhaus re use“des Bauhaus-Archivs/ Museums für Gestaltung
Klingelhöferstraße 14, 10785 Berlin
Termine: jeden Sonnabend bis 25. Juni 2016; jeweils von 11 bis 14 Uhr
Weitere Informationen: info@jugend-im-museum.de
Der Eintritt ist frei.