Aktuelles / Samstag, 02.12.2017

Der Steinplatz bekommt
sein Facelifting

Soll schöner werden und sich stärker zur Universität der Künste hin öffnen: der Steinplatz. Foto: Carolin Brühl

Bereits Anfang Dezember 2017 starten die Bauarbeiten zur Umgestaltung der Grünanlage am Steinplatz. Das Projekt hat einen langen Vorlauf.

Die Anwohner der Hardenbergstraße sind seit einer gefühlten Ewigkeit von Baustellen umgeben. Nun wird auch die Grünanlage auf dem Steinplatz umgebaut. Noch in diesem Jahr sollen vorbereitende Maßnahmen und die Baustelleneinrichtung für die Umgestaltung beginnen. Zudem sollen nach Angaben des Bezirksamts der Platz geräumt und Rodungsarbeiten durchgeführt werden. Sieben alte Bäume müssten gefällt werden. Dabei handle es sich vorwiegend um kranke oder abgestorbene Birken mit Pilzbewuchs und Totholz sowie eine Kiefer. An der Hardenbergstraße werden zudem zwei ausgewachsene Taxus-Gehölze entnommen, so die Behörde.

Mehr Offenheit, Sicherheit und Aufenthaltsqualität: Der neue Plan für den Steinplatz. Plan: Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf

Künftig soll nach den Plänen des Bezirks die nördliche Platzkante zur Hardenbergstraße hin freigelegt werden, damit der Platz in Korrespondenz mit den gegenüberliegenden Universitätsbauten treten kann, einer zentralen Leitidee des Wettbewerbsentwurfs.

Neue Sitzmöglichkeiten und eine Rabatte

2018 sollen dann Pflaster- und Pflanzarbeiten, die Rasenansaat sowie die Ausstattung der Parkanlage mit Sitzmöglichkeiten folgen. 15 Bäume werden neu auf dem Steinplatz gepflanzt. Zudem soll eine Rabatte mit saisonal blühenden Gräsern und Stauden gestalterische Akzente setzen.

Die bisher kaum erkennbaren Gedenksteine für die Opfer des Nationalsozialismus und Stalinismus werden „freigestellt“ und die Einfassungsbereiche aufgewertet. An der östlichen Platzseite entfallen dreizehn Stellplätze zugunsten einer vergrößerten Platzfläche, der Querbarkeit der Straße und zusätzlicher Fahrradbügel.

Sollen verschwinden: 13 Parkplätze am Steinplatz. Foto: Carolin Brühl

Die Fertigstellung des Platzes ist im späten Frühjahr 2018 geplant, so das Bezirksamt. Mit der Umsetzung des Garten- und Landschaftsbaus wurde die Firma Otto Kittel beauftragt.

Geschichte des Platzes

Der Steinplatz wurde im Jahr 1885 als gründerzeitlicher Schmuckplatz angelegt und in den 50er-Jahren letztmalig umgestaltet. Der aktuelle Zustand der Grünanlage veranlasste das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf eine Umgestaltung anzustoßen.
Ab dem Jahr 2014 organisierte das Bezirksamt mit dem Regionalmanagement City West mehrere Treffen, bei denen sich Anrainer und Anwohner einbrachten. Konsens der Gespräche war, neben dem Wegfall der Stellplätze, eine Nutzungsintensivierung, eine zeitgemäße Gestaltung und die Öffnung des Platzes.

Dazu wurde 2015 der Wettbewerb „Campus meets Steinplatz“ für Studenten der Landschaftsarchitektur an der TU Berlin ausgelobt und durchgeführt. Grundlage für die jetzige Umgestaltung ist der Entwurf von Leon Giseke, Lasse Malzahn und Lucas Rauch mit dem Titel „Aufschließen“. Er sieht eine großzügige klare Gestaltung der Anlage, eine Öffnung des Platzes gegenüber den Anliegern und eine  Neuinszenierung der Gedenkstätten vor.

Mehr Aufenthaltsqualität und mehr Offenheit soll der Platz nach dem Wettbewerbsentwurf von Leon Giseke, Lasse Malzahn und Lucas Rauch mit dem Titel „Aufschließen“ bieten.

Der Siegerentwurf überzeugte auch die Nachbarn und das Bezirksamt. Im Jahr 2016 wurde daraufhin das Landschaftsplanungsbüro Schirmer-Partner mit der Konkretisierung des Entwurfes beauftragt.Die Umgestaltung  des Steinplatzes wird durch rund 450.000 Euro aus dem Plätze-Programm der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen ermöglicht. Durch Sponsoring von Anrainern kann der Platz nach Angaben des Bezirksamts zusätzlich mit einer hochwertigen Möblierung ausgestattet werden.

 

Kommentare

  1. Am 15. November 2017 besichtigte die Wählergemeinschaft „AKTIVEN BÜRGER für Charlottenburg-Wilmersdorf“ gemeinam mit Dieter, ehemals obdachloser Stadtführer bei „querstadtein“, auch den Steinplatz.

    Der Perspektivwechsel ließ den jetzigen Steinplatz am Abend des Spaziergangs in einem anderen Licht erscheinen!

    Wie sind gespannt auf den renovierten (und renovierungsbedürftigen) Steinplatz, der übrigens kein Gartendenkmal ist.

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