Aktuelles / Montag, 11.09.2017

Der elfte Streich
des The Duc Ngo

The Duc Ngo in seinem „Funky Fish“ an der Kantstraße in Charlottenburg. Foto: Franz-Michael Rohm

Im hauptstädtischen Gastronomie-Monopoly hat The Duc Ngo die Nase ziemlich weit vorn. Jetzt landet er mit dem „Funky Fish“ seinen nächsten Coup.

Von Franz Michael Rohm

Das „Funky Fisch“ ist eine Offenbarung. Weniger wegen der stylischen Innenausstattung mit freigelegter Betonkassettendecke, Edelstahltresen und -vitrine, Parkett und Neoninstallation unter der Decke. Vielmehr wegen der Qualität der Fischgerichte. Auf der Stahlplatte, a la plancha, gebratener Kabeljau dessen Konsistenz mit millimeterdünner Kruste, saftigem Fleisch und perfekt glasigem Kern schmeckte wie ein Kuss des Meeres. Dazu gebratener Pulpoarm, zart wie ein Wimpernschlag mit Bacalhau-Mashed Potatoes.

Die Geschmacksnerven pushen

„Ein Laden mit mediterranen Fischgerichten, also portugiesisch, spanisch, französisch, italienisch, mit Duc-Einschlägen“, beschreibt der Szene-Gastronom The Duc Ngo das Konzept des Restaurants in den ehemaligen Räumlichkeiten des „Kant Café“. Seine „Einschläge“ kommen als Mini-Tacos mit Garnelenhack, Zwiebeln und scharfer Soße daher, als asiatische Bun-Brötchen aus Weizenmehl, gefüllt mit Kabeljau-Backfisch oder als betörend abgeschmeckter asiatischer Lachssalat. Begleitet werden die puristisch zubereiteten Fische und Meeresfrüchte von fantasievollen Dips, etwa Tomate-Chipotle oder Salsa Verde. „Damit pushen wir die Geschmacksnerven noch einmal“, sagt The Duc Ngo.

Sushimeister zerlegt die frischen Fische

Angebot und Preisgestaltung sind neuberlinerisch, von der ganzen gebratenen Dorade zu 16, über die Seezunge für 32 bis zu Nudeln mit Imperial Kaviar und frittierten Austern für 35 Euro. Die Frischfischware liegt vor den Augen der Gäste in einer riesigen Vitrine auf Eis, teils im Ganzen, teils filetiert.
Diese Aufgabe übernimmt bei Duc Ngo seit Jahren Sushimeister Masao Watari aus dem japanischen Fukuoka. Von Vormittag bis späten Nachmittag zerlegt er Dutzende Fische. „Bis auf Kabeljau, Steinbutt und Seeteufel ist alles Zuchtware“, betont der Sushi-Meister. Er zerteilt nicht nur für den „Funky Fisch“, sondern auch für die weiteren Restaurants von The Duc Ngo. Mit der Fischverarbeitung stellt er eine bislang in der Stadt seltene Frische-Kette her.

 Auszeichnung als „Gastronomischer Innovator“

Im hauptstädtischen Gastronomie-Monopoly hat der als Bootsflüchtling nach West-Berlin gekommene Vietnamese neben dem extrem erfolgreichen, asiatisch-peruanisch inspirierten „893 Ryotei“ an der Charlottenburger Kantstraße die nächste Ecke besetzt. Damit besitzt er allein im Umfeld der Kreuzung Schlüterstraße außer dem „893“ und „Funky Fisch“ noch das 1997 eröffnete Sushi-Lokal „Kuchi“, das „Next to Kuchi“ und das „Madame Ngo“. Dazu kommen weitere Läden in Mitte, Wilmersdorf und Frankfurt am Main, insgesamt elf. Grund genug für die Auszeichnung als „Gastronomischer Innovator“ bei den diesjährigen Berliner Meisterköchen.

Aus Lissabons besten Lokalen abgeworben

In der Küche des „Funky Fisch“ stehen drei portugiesische Köche dem Team vor, Chef Daniel Sangareau hat schon in Barcelonas besten Fischrestaurants gearbeitet, seine beiden Side-Cooks Hugo und Vicente hat er aus Lissabons besten Lokalen abgeworben. Für den Service zeichnet Jana Kämpfer verantwortlich. Die 35-Jährige aus Prenzlauer Berg war vier Jahre in The Duc Ngos Frankfurter Dependance tätig, zuletzt im Restaurant „Golden Phoenix“, einem weiteren Ngo-Ableger an der Brandenburgischen Straße, im „Hotel Provocateur“.

Deutsche Weißweine auf der Karte in der Überzahl

Auf der Getränkekarte sind deutsche Weißweine klar in der Überzahl. Glasweise à 0,1 Liter, zu Preisen die man früher für die doppelte Menge kannte. Dafür sind die Weine passend ausgesucht und werden perfekt temperiert serviert. Natürlich wäre The Duc Ngo nicht The Duc Ngo, hätte er nicht schon die nächsten Pläne. „Ende Oktober eröffnen wir neben dem ‚Funky Fisch‘ einen Deli mit gesunden Salaten und Körner-Schüsseln.“

Information

„Funky Fish“, Kantstraße 135–36, Charlottenburg, Tel. 23 53 16 86, Di.–Sbd. 12–23 Uhr

 

 

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