Aktuelles / Montag, 12.02.2018

BVG saniert U-Bahn-Tunnel
unter der Kleiststraße

An der Kleiststraße wird bereits der Mittelstreifen aufgerissen, um an die Tunneldecke zu gelangen. Foto: Reto Klar

Die Berliner Verkehrsvertriebe (BVG) setzen ihre Maßnahmen zur Instandsetzung der mehr als 110 Jahren alten Tunnel auf der Linie der U2 fort.

Carolin Brühl

Zwischen Wittenbergplatz und Urania wird es eng oder zumindest enger. Wegen der Sanierung der U-Bahn-Tunnel unter diesem Abschnitt der Kleiststraße wird die Zahl der Fahrbahnen während der Zeit der Bauarbeiten bis 2020 auf je zwei reduziert.
Bauarbeiter sind auf einem nächsten Abschnitt in der westlichen Innenstadt angerückt und erneuern für die BVG die Abdichtung der Tunnelröhren der Linien U1, U2 und U3 unter der Kleiststraße. Gearbeitet wird im Abschnitt zwischen Wittenbergplatz und Kreuzung An der Urania. Die Fertigstellung ist nach bisheriger Planung für das erste Quartal 2020 geplant. Die Kosten belaufen sich nach Angaben von BVG-Sprecher Markus Falkner auf rund 6,5 Millionen Euro.

U-Bahnen sollen normal weiterfahren

Der U-Bahnbetrieb soll durch die Arbeiten indes nicht beeinträchtigt werden. Da die Tunneldecke von außen freigelegt werden muss, um schrittweise die alte Dichtung zu entfernen und die neue aufzubringen, gibt es aber Auswirkungen an der Oberfläche. Auf der Kleiststraße wird die jeweils linke Fahrspur zum Mittelstreifen hin in beiden Fahrtrichtungen gesperrt. „Wir bauen also innen, weil darunter ja auch unser Tunnel liegt“, sagt Falkner. Für den Verkehr blieben zwei Fahrspuren pro Richtung erhalten. „Wir verzichten für die Bauzeit auf die gesonderte Busspur“, so der BVG-Sprecher.

Zwei Jahre Baustelle: Unter der Kleiststraße zwischen Wittenbergplatz und der Urania saniert die BVG den U-Bahn-Tunnel. Grafik: BVG

Arbeiten können nur abschnittsweise erfolgen

„Wir teilen die Maßnahme in mehrere Bauphasen auf“, erklärt BVG-Bauchef Uwe Kutscher. „Der Grund ist einfach: Wenn die Tunneldecke freigelegt und die alte Dichtung entfernt ist, sind unsere Tunnel kurzfristig ungeschützt. Bis die neue Dichtung fachmännisch aufgebracht ist, könnte also beispielsweise Regenwasser eindringen und das Bauwerk schädigen. Um das zu vermeiden, werden schrittweise immer nur Abschnitte bearbeitet, freigelegt und möglichst sofort wieder abgedichtet“, so Kutscher weiter. Vieles davon sei buchstäblich Handarbeit, weil auf den Tunneldecken keine schweren Maschinen eingesetzt werden könnten.
Die Arbeiten haben in Phase eins für etwa zwei Wochen im östlichen Randbereich des Wittenbergplatzes begonnen. Parallel läuft dann bereits die Einrichtung der Baustelle an der Kleiststraße, wo es Anfang März losgehen soll.

Sieben Parkplätze an der Bayreuther fallen weg

Die Parkplätze auf der Kleiststraße bleiben Falkner zufolge erhalten. An der Bayreuther Straße fielen für die Baustelleneinrichtung sieben Parkplätze weg, weil dort Container für die Baulogistik aufgestellt werden müssten. Der begrünte Mittelstreifen in der Mitte der Kleiststraße werde nach Abschluss aller Arbeiten „selbstverständlich wiederhergestellt“, versichert die BVG. Die Anlieger wurden bereits im November über die anstehenden Arbeiten informiert.

Infrastruktur fit für die Zukunft machen

„Wir können dichthalten“ nennen die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) das Programm, mit dem sie ihre Infrastruktur fit für die Zukunft machen möchten. Ein besonders aufwändiges Problem stellen dabei die Sanierungen der zum Teil weit mehr als 100 Jahre alten Tunnel dar. Die U-Bahn-Anlagen der U2 in der City West gehören zu den ältesten in ganz Deutschland. An vielen Stellen sickert Wasser durch Decken und Wände, der Putz bröckelt und Risse bilden sich, durch die dann noch mehr Wasser eindringt. Ein Problem, das dem schlechten Straßenzustand, aber auch dem stetig steigenden Grundwasserspiegel in Berlin geschuldet ist.

Verzögerung der Arbeiten an der Hardenbergstraße

Schrittweise erneuert die BVG daher die Außendichtungen der unterirdischen Anlagen. Nicht immer geht das ohne Behinderungen des Schienen- oder des darüberliegenden Straßenverkehrs ab, nicht immer bleiben die Bauarbeiten zudem in dem zeitlichen Rahmen, den das Unternehmen prognostiziert hat.
So ist die BVG schon seit 2013 dabei, die Tunnel der U2 zwischen Bahnhof Zoo und Schillerstraße sowie zwischen Ernst-Reuter-Platz und Bismarckstraße zu sanieren. Ursprünglich sollte das Projekt im Jahr 2016 abgeschlossen werden.
Doch nicht immer liegen die Gründe für Verzögerungen bei den Verkehrsbetrieben. So ruhten die Bauarbeiten zwischenzeitlich bis zu zwei Monate, weil die Verkehrslenkungsbehörde des Senat mit notwendigen Anordnungen nicht hinterher kam. Zudem wurde bei den Tunnelsanierungsarbeiten im Bereich der U2 zwischen Zoo und Ernst-Reuter-Platz Asbest gefunden, für dessen Beseitigung erst eine Spezialfirma gefunden werden musste.

Neue Baumaßnahme im Frühjahr zwischen Jebens- und Joachimsthaler Straße

Wenigstens bei den Kosten soll es Falkner zufolge keine große Abweichung geben. Das 2013 veranschlagte Budget von rund zwölf Millionen Euro für die Gesamtbaumaßnahme werde nach dem aktuellen Stand eingehalten, sagte der Sprecher. Mit der Fertigstellung der Sanierungsmaßnahme am Ernst-Reuter-Platz rechnet Falkner in bis Ende Mai. „Die Wasserbetriebe müssen an dieser Stellen noch ein paar Leitungsarbeiten abschließen, dann werden wir noch zumachen und sind dann durch“, sagt er. Dann fehlt Falkner zufolge in diesem Bereich nur noch das kurze Stück der Hardenbergstraße zwischen Jebensstraße und Joachimsthaler Straße, wo die BVG wegen der Dichte von Baustellen in diesem Quartier mit ihrem Maßnahmen gewartet hat. „Das wollen wir aber jetzt im Frühjahr in Angriff nehmen“, sagt der BVG-Sprecher.

 

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