Aktuelles / Freitag, 06.10.2017

Bunte Schatzkiste für
Spielzeug aller Art

Vielfalt ist hier Programm: Stefanie Beltz in ihrem Spielzeuggeschäft „Steffi’s Lädchen“. Fotos: Sergej Glanze (3)

Holzspielzeug oder Knuddelpuppen: Stefanie Beltz‘ Spielzeuggeschäft „Steffis Lädchen“ in Charlottenburg ist eine Schatzkiste für Kinder in jedem Alter.

Von Sofia Mareschow

Wie aus einem Kinderbuch, dieser Spielzeugladen. Verzaubert gerät der Zufallsgast ins Tagträumen: Hüpfte da nicht gerade Pippi Langstrumpf zwischen den bunten Schätzen von „Steffis Lädchen“? Gleich müsste auch Tom Sawyer auftauchen, um seine unergründlichen Hosentaschen aufzufüllen. Und Alice, auf der Suche nach einem neuen Wunderland. Hier entdecken selbst Erwachsene das Kind in sich wieder.

Warum haptisches Spielzeug so wichtig ist

Weil es Inhaberin Stefanie Beltz gelingt, Erinnerungen hervorzulocken, weil sie die Kinder von heute versteht. Und weiß, was zählt. „Gerade jetzt, da alles technisiert ist, den Kindern die Zeit geben, die Welt um sich zu begreifen, Erfahrungen selbst zu machen.“ Zeit, kreativ mit Dingen umzugehen. Deshalb sei haptisches Spielzeug so wichtig. Dinge, die man real anfassen kann. Dies im Blick, hat Beltz ihr Sortiment konzipiert. Bunte Vielfalt zum Anfassen auf 75 Quadratmetern, in zwei Räumen. Bewährtes und Neues, Einheimisches und Internationales: zum Experimentieren, Basteln, Werkeln, Bauen, Lesen, Hören, Spaß haben.

Nach wie vor beliebt: Holzspielzeug

Und das seit 1983. „Meine Mutter hat den Laden als Boutique für Groß und Klein unter dem Namen „Per piccolo e Grande“ eröffnet“, erinnert sich die Chefin, die drei Jahre später als 20-Jährige mit einstieg. Die Boutique lief gut, trotzdem sei bald klar gewesen: Es wird ein reiner Spielzeugladen. Ebenso klar wie der Standort. „Ich bin eben ein Charlottenburger Kiezkind“, sagt sie. Ein typisches Kiezgeschäft sei „Steffis Lädchen“ gewesen, mit Trubel und Müttertreffs, wie üblich in der damaligen Inselstadt Westberlin. „Kuschelig familiär, aber irgendwie piefig“, geborgen aber eng, wie in einem Kokon, sei die gewesen – doch „coole Socken waren wir Berliner schon immer, auf beiden Seiten“, mit Gespür für Originelles.

Die Stammkundschaft kommt schon in dritter Generation

Gern erzählt Beltz Anekdoten wie die von der Zufallsbegegnung mit zwei Wahlberlinern im Zug nach Polen. Über Gott und die Welt hätten sie sich unterhalten, der Russe und der Pole, über ihre Kinder und wo es in Berlin schönes Spielzeug gibt. „Bei Steffi müssen Sie vorbeischauen“, habe der eine gesagt, und der andere, lachend: „Kenne ich schon längst“.
Natürlich kommt die Stammkundschaft hauptsächlich aus dem Charlottenburger Umfeld, in dritter Generation. Zudem sei der Kiez jung und kinderreich. Geschäftsreisende schauen ebenso gern vorbei wie Touristen aus der ganzen Welt. „Darunter viele Wiederholungstäter“, so die Inhaberin, die inzwischen fünf Mitarbeiter zu ihrem Team zählt. Ihre Mutter berät immer noch gern, fährt mit auf Branchenmessen, sucht Artikel mit aus, kennt das Programm. Dazu zählen Klassiker wie Käthe-Kruse-Puppen. Und natürliche die beliebten Holzautos, seit den 50er- Jahren in Deutschland verkauft und in „Steffis Lädchen“ von Anfang an ein Bestseller. Holzspielzeug überhaupt, auch Steck-Stapel für Babys und Holztiere. „Holz punktet mit guter Haptik und hat eine ganz andere Wertigkeit, anders als Kunststoff“, so die Insiderin.

Zwischen französischen Bastelsets und Roboter-Bausätzen

Zu den Basics gehören auch französische Bastel-Sets, Puzzles. In den Tiefen der Regale warten naturwissenschaftliche Experimentier-Sets, Roboter-Bausätze, Mörtel-Bau-Sets und Kinderwerkzeug auf kleine Erfinder und künftige Ingenieure. Und der klassische Kaufmannsladen samt Ausstattung auf Jungs und Mädchen gleichermaßen, ein kleines Schulsortiment sowieso: Schulranzen, Schultüten, Schreibwaren.
Hippe Specials sind etwa die Tonieboxen des Start-ups Tonies – ein zeitgemäßes kindgerechtes Audiosystem mit haptischer Hörfigur, das Hörspiele aus einer Cloud herunterlädt. Ähnlich funktioniert der bei jungen Karaoke-Fans beliebte „Woodrocker“ für 25 Euro, eine E-Gitarren-Attrappe aus Holz, die man mittels kostenlos herunterzuladender App zum Klingen bringt. Eine spannende Mischung ist sie, die Spielewelt von Stefanie Beltz.

Die Würfel sind gefallen: Bunt kommt bei Kindern immer an

„Spielzeug darf aber auch kuschelig sein, Trost spenden, Geborgenheit vermitteln“, sagt Beltz. So sind die knuddeligen „HickUps“-Sockenaffen ab 25 Euro auch Bestseller. Ebenso Fair-Trade-Produkte aus Thailand, und das flauschige Krümelmonster.

Auf kleinster Fläche größte Auswahl

Gerade stöbern zwei Eltern mit Interesse in den Regalen. Hauptsächlich suchen die beiden Wahlberliner aus Russland, nach Vorleselektüre für ihre dreijährige Tochter. In der Kita spreche man Deutsch und Englisch, zu Hause Russisch. „Jeden Abend lesen wir unserem Kind vor, in einer anderen Sprache. In dieser unterhalten wir uns dann auch“, sagt der Vater.
„Viele Eltern kümmern sich ähnlich liebevoll“, sagt Beltz. Sie möchte ihnen dabei helfen. Ihr Motto: „Auf kleinster Fläche größte Auswahl“. Ihren Laden sehe sie „als Ideengeber, als Schatzkiste“, sagt Stefanie Beltz. Mit Geschenktipps für drei Generationen. „Das kostbarste Geschenk aber, das ist die gemeinsame Zeit, die wir einander geben.“

Information

Steffis Lädchen, Knesebeckstraße 18/19, Charlottenburg, Tel.: 030/ 312 3339, Steffi@Steffis-Laedchen.de, Mo.–Fr. 10–18:30 Uhr, Sbd. 10–16 Uhr

 

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