Aktuelles / Mittwoch, 27.12.2017

Brenner und Balthazar
schließen ihre Pforten

Holger Zurbrüggen vor dem „Bal­thazar“ am Kudamm. Foto: Amin Akhtar

Nach mehr als einem Jahrzehnt heißt es „Ofen aus“ für zwei der etabliertesten Gastro-Locations in der City-West: das Brenner und das Balthazar,

Silvester ist Schluss im Brenner in Schöneberg, seit dem zweiten Weihnachtstag im Balthazar am Kurfürstendamm. „Silvester feiern wir noch eine große Abschlussparty“, sagt Gastgeber Anton Stefanov, der das Restaurant 2004 unter dem Namen Berlin Sankt Moritz eröffnete und 2011 in Brenner umbenannte. Zuvor befand sich in den Räumlichkeiten das Sterne-Restaurant Bamberger Reiter.

Mehr Zeit für die Familie

Bei Holger Zurbrüggen, 1999 Risotto-Weltmeister, war bereits am zweiten Weihnachtsfeiertag Schluss. Zuvor serviert der Küchenchef am 12. Dezember aber noch ein Zwölf-Gang-Menü mit Highlights aus den letzten zwölf Jahren, denn am 12. Dezember 2005 hatte er den Mietvertrag unterschrieben. „Es ist jetzt ein guter Zeitpunkt, etwas kürzer zu treten und mehr Zeit für die Familie zu haben. Zwei Restaurants sind für mich derzeit einfach zu viel“, erklärt der Gastronom. Zumal ihm sein langjähriger Küchenchef und seine stellvertretende Restaurantleiterin frühzeitig angekündigt hätten, zum Jahresende aufhören zu wollen, und die Sous-Chefin zu Sonja Frühsammer ginge. „Ich hätte mit neuem Personal durchstarten müssen, derzeit nicht einfach“, so Zurbrüggen.

Gemeinsame Stufen auf der Karriereleiter

Das Balthazar 2 am Spreeufer, das er 2015 eröffnete, wird er weiterführen. Stefanov und Zurbrüggen haben vor ihrer Selbständigkeit einige Stationen ihrer Karriere gemeinsam erlebt. So arbeiteten sie im Bacco von Massimo Mannozzi zusammen, im „Langhans“ am Gendarmenmarkt und im „Louis“ im Hotel Steigenberger.
Stefanov, der die Personalsituation in Berlin und die steigenden Kosten kritisch sieht, will sich wieder verstärkt dem Weingeschäft widmen, aus dem er ursprünglich kommt. Für das Weinkontor Freund übernimmt er die Betreuung der Berliner Gastronomie. „Auch eine ambitionierte, nicht so personal­intensive Weinbar kann ich mir in absehbarer Zukunft gut vorstellen“, so der Maître des Jahres 2008 bei den Berliner Meisterköchen. bli