Aktuelles / Samstag, 25.04.2015

Bauherr verteidigt umstrittenen Gebäuderiegel

Simulation So soll der umstrittene Neubau an der Seesener Straße in Halensee aussehen - Bild: Sanus

So monströs wie der „Prora-Riegel“ hatten Anwohner im Vorfeld das Projekt in Halensee kritisiert. Nun liegen Detailpläne vor.

Das Geheimnis ist gelüftet. Die Sanus AG, die das umstrittene Wohnbauprojekt an der Seesener Straße am S-Bahnhof Halensee errichtet, hat ihre detaillierten Baupläne vorgestellt. Gegen die mehr als 200 Meter lange Gebäudezeile, für die am Freitag der Grundstein gelegt wurde, hatten zahlreiche Anwohner protestiert. Der Komplex sei so monströs wie der „Prora-Riegel“, hatte die Anwohnerinitiative in Anlehnung an das von den Nationalsozialisten auf Rügen errichtete Bauwerk kritisiert.

„Wir errichten keinen gleichförmigen Riegel“, versicherte am Freitag Marc Wiese, Vorstand der Sanus AG. Vielmehr seien zehn Einzelhäuser entlang der S-Bahn-Gleise geplant. „Diese orientieren sich in Breite und Höhe an der gründerzeitlichen Baustruktur in der Umgebung“, sagte Wiese der Berliner Morgenpost.

Alle Häuser würden durch unterschiedliche Fenster- und Balkonformen sowie durch ihre Farbe eine eigene Gestaltung bekommen. „Das Farbkonzept ist mit dem Stadtplanungsamt abgestimmt“, so Wiese weiter. Zudem errichte man auf Wunsch des Bezirks neben 209 Mietwohnungen und einer Tiefgarage auch eine Kita. „Wir sind auch gerne bereit, unsere Pläne auf einer Einwohnerversammlung vorzustellen.“ „Der Termin wird gerade koordiniert. Er wird spätestens Anfang Juni sein“, bestätigte Baustadtrat Marc Schulte (SPD). ij

 

Kommentare

  1. Warum nur sieht man auf der Zeichnung des Investors keine einzelnen Häuser? Das was man sieht widerspricht dem was man liest.
    Zudem sei daran erinnert, es handelt sich um einen Bsukörper, der niemals genehmigt worden wäre wenn die Verwaltung nicht ungezählte Ausnahmen genehmigt hätte.
    Zusammen mit dem bald fertigen Gebäude in der Katharinenstraße entstehen am oberen Ku’damm über 400 neue Wohnungen was den Kiez an den Rand dessen bringt was er verkraften kann.
    Halenser hat sein Soll an neuen Wohnungen damit mehr als erfüllt!

  2. Diese kompakte, monströse Bauweise ist weder nötig, noch entspricht sie der von Ihnen proklamierten „Einzelhaus-Gestaltung“ mit dem Trick architektonischer Nischenvarationen. Das Ausruhen auf die Baugenehmigung wird Ihnen letztlich nicht die erhoffte Profitablitaet erfüllen.

  3. Wer hier den Begriff Prora-Riegel in den Mund nimmt, hat selber einen Prora-Riegel vor dem Kopf. Das ist wieder so ein schönes Beispiel für die Maßlosigkeit von sogenannten Anwohnerinteressen.

  4. Unter 10 Einzelhäusern verstehe ich Häuser, wo man einmal um dieses Haus rumlaufen kann. Die Gründerzeithäuser sahen ja wohl auch anders aus.
    Diese Bauanordnung hat nun einmal den „Block-Charakter“, und sie nimmt den Anwohnern Licht, Sonne und Luft zum atmen . Im übrigen war der Spielplatz Auflage des Bauamtes gewesen. An Grünflächen wurde hier auch nicht weiter gedacht.

  5. Die Formulierung“sogenannte Anwohnerinteressen“ ist sehr entlarvend,Herr Bonitz. Als langjährige Halensee-Bewohnerin kann ich dieses Bauvorhaben nur als lebensfeindlichen und geldgierig einstufen!

    • Wir haben uns ja schon daran gewöhnt, dass gegen die Unterbringung von Flüchtlingen in der Nachbarschaft demonstriert wird. Und jetzt gibt es noch eine fantastische Steigerung: Es sind überhaupt zu viele, in meiner Strasse, in meinem Halensee, die sollen doch woanders bauen, und sowieso alles Profitgeier. Dieser Egoismus ist pervers und zerstört die Grundlagen unseres Gemeinwesens. Gute Nacht, liebe Zeitgenossin in Halensee.

      • Natürlich, Herr Bonitz, die Anwohner sind pervers und egoistisch. Aber der Investor will natürlich aus reiner Menschenliebe die ganze Welt mit seinem Geld beglücken und dann darf er auch rotzhässliche Klötze aus dem Boden stampfen, die den Anwohnern Licht und Luft nehmen. Was fällt den egoistischen Anwohner auch ein, atmen und gucken zu wollen? – Das ist echt krass pervers!

  6. immer wieder erfrischend wie Leute sich etwas einfallen lassen um Dampf abzulassen. Jetzt mal ein Grund FÜR die Bewohner bereits bestehender Häuser in der Seesener Straße. Freuen sie sich etwa aus dem Fenster zu schauen und Gleise zu sehen? Würden Sie sich nicht über ein offenes Fenster mit gesenktem Lärmpegel freuen? Diese Kommentare mit Lichtblockade..schon klar, Hunderttausende von Berlinern leben demnach in einer Schattenwelt!? Alles verändert sich! und das ist auch normal so. Geschmäcker ändern sich genauso wie die Umgebung. Man kann Gewohnheiten nicht immer verteidigen.

    • Über weniger Lärm freut sich jeder.
      Nur, welchen Lärm meinen Sie? Der Lärmteppich der 130 m Luftlinie entfernten Autobahn ist zur Gewohnheit geworden, die Gleise sind, wenn man hoch genug wohnt um sie zu sehen, kein unerfreulicher Anblick.
      Wenn Sie sich den Kiez einmal genau anschauen werden Sie sehen, daß durch den Bau zwei Straßen komplett von Licht und Luft (Westwind an acht von zehn Tagen in Berlin) abgeschnitten werden.
      Die an der S-Bahn entlang verlaufende Seite der Seesener Straße war noch nie baut, sondern ursprünglich von der Ringbahnstraße kommend eine mit Bäumen bewachsen Alle bis zum Heidelberger Platz.
      Hier von „Blockrandbebauung“ zu sprechen ist also Schönfärberei und zeigt nur, daß wir in Charlottenburg-Wilmersdorf einen Baustadtrat haben der lieber weiter Lehrer hätte bleiben sollen.
      Dieser Bau ist ein Schlag ins Gesicht von Halensee. Er wird den Kiez dominieren wie kein zweiter vor ihm.
      Ganz davon abgesehen wurden sämtliche Vorgaben der Baugesetzgebung außer acht gelassen, besser gesagt beiseite geschoben. Sanus hat das Grundstück für 1,7 Millionen gekauft, ein Spottpreis, der erst durch die Realisierung des Bauvorhabens in dieser Größe für die Zukunft einen Sinn ergab. Denn nach unseren (Bürgerinitiative) Informationen hat sich der Preis des Grundstücks von den Kleingärten bis zum Kurfürstendamm gut verdoppelt. In dem Moment, als Sanus seine Genehmigungen, vor allem seine Befreiungen, erteilt bekam. Daß der Bezirk durch die Befreiungen, die Sanus weniger als 80.000 € kosteten, dem Investor rund vier Millionen „schenkte“ wurde vom Baustadtrat auf der Einwohnerversammlung nicht widersprochen.
      Es geht hier also nicht primär um den Sonnenuntergang auf dem Balkon, sondern um viel viel mehr.

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