Aktuelles / Donnerstag, 06.07.2017

Bauarbeiten am Spreeradweg verzögern sich

Keine Durchfahrt - der Spreeradweg ist ab Schlossbrücke gesperrt. Foto: Anca Specht

Der Umbau des Spreeradwegs in Charlottenburg dauert länger als geplant. Statt im Mai soll der Radweg, der Spandau mit Mitte verbindet, nun erst im Juli fertig werden.

Von Anca Specht

Seit September 2016 müssen Radfahrer einen Umweg in Kauf nehmen, wenn sie an der Spree in Charlottenburg entlangfahren möchten. Denn der Abschnitt des Parkwegs am Ufer zwischen der Caprivibrücke und der Schlossbrücke wird für die parallele Nutzung als Fuß- und Radweg verkehrssicher um- und ausgebaut.

Es ist der zweite Abschnitt des Spreeradwegs, der erste Bauabschnitt zwischen Charlottenburger Brücke und Dovebrücke wurde bereits 2015 fertiggestellt.

Ärger über gesperrten Spreeradweg

Die aktuell betroffene Strecke beträgt circa 600 Meter und sollte bereits im Mai 2017 fertig werden. Doch der Weg ist immer noch gesperrt und sorgt für Ärger.

„Seit über einem dreiviertel Jahr geht hier gar nichts mehr, das ist eine Katastrophe“, meint Markus Schweizer aus Charlottenburg. „Ein Kollege von mir sagt, das hier ist so, als würde man für die Autofahrer die Heerstraße sperren.“ Die Fahrt von Mitte nach Spandau sei durch den Umbau sehr erschwert, da könne ihn auch der neue Weg nicht trösten. „Mir ist egal, welchen Belag der Boden dann hat, wichtiger wäre, dass es mehr Wege fernab der Straße gibt. Denn das eigentliche Risiko sind die Autos, die Abgase und der Lärm“, sagt er.

Große Umwege durch Umbau

Seit Beginn des Umbaus vor rund zehn Monaten müssen Radfahrer und Fußgänger ausweichen. Der vorgeschlagene Umweg ist fast doppelt so lang.

Das Bezirksamt informiert Radfahrer und Fußgänger über den Umbau. Foto: Anca Specht

„Ich finde es schade, dass man jetzt durch die Seitenstraßen fahren muss und nicht mehr das schöne Panorama sieht“, findet Rotraut Mertz, die aus Prenzlauer Berg kommt und eine Freundin in Spandau besucht.

Frost verzögerte Baubeginn

Doch der Rad- und Fußgängerweg soll bald wieder frei gegeben werden. Bezirksstadtrat Oliver Schruoffeneger (Grüne), Leiter der Abteilung Stadtentwicklung, Bauen und Umwelt, glaubt, dass der Weg im Juli 2017 fertig wird. Die Verzögerung sei durch verschiedene Faktoren zustande gekommen. „Wir hatten ein paar Probleme zum Beispiel mit der Ausschreibung“, sagt er. „Dann war Frostbeginn und der Umbau konnte nicht beginnen, das hat sich geläppert. Jetzt sind wir aber dabei und dann geht das auch schnell.“

Die ersten Meter des Spreeradwegs an der Schlossbrücke sind bereits fertig. Foto: Anca Specht

ADFC lobt Ausbau des Spreeradwegs

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e. V. (ADFC) begrüßt den Umbau. „Es war zwar eine anstrengende Baustelle, aber wir sind froh, dass der Spreeradweg ausgebaut wird“, sagt der Pressesprecher des ADFC Berlin, Nikolas Linck. Gerade die Strecke in Charlottenburg würde sowohl touristisch wie auch von Pendler genutzt.

An der Caprivibrücke ist der Aus- und Umbau schon weiter. Foto: Anca Specht

Von der Quelle der Spree bis nach Berlin

Die Strecke ist Teil des Spreeradwegs, der von den Quellen der Spree in der Oberlausitz bis nach Berlin an ihre Mündung in die Havel führt.

Die Route durch den Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf wurde im Rahmen einer vorbereitenden Untersuchung im Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt und in Abstimmung mit dem Bezirk festgelegt. Sie verläuft im Bezirk Mitte entlang der Spree und im Anschluss in Charlottenburg-Wilmersdorf ab Englische Straße südlich des Landwehrkanals in der Ufer begleitenden öffentlichen Grünanlage, durch den Schlosspark Charlottenburg und entlang der Spree bis zur Bezirksgrenze zu Spandau (Wiesendammbrücke).

Kosten: 2,1 Millionen Euro

Die Maßnahme wird durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt und die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung mit Fördermitteln aus der „Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) finanziert. Dem Bezirk wurden für die Realisierung der Maßnahme Mittel in Höhe von rd. 2,1 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Eine große Eröffnungsfeier des erneuerten Abschnitts des Spreeradwegs sei aber nicht geplant, meint Stadtrat Schruoffeneger. Der Weg sei dann einfach wieder frei.