Aktuelles / Dienstag, 30.05.2017

Bahn bremst Spaziergang
zu Westkreuz-Park aus

Blick in ein kaum bekanntes Biotop: Selbst Parkbänke sind in der Brache am Westkreuz bereits vorhanden. Foto: Thomas Schubert

Die Bahn scheint die Pläne für einen Westkreuz-Park nicht zu mögen. Für die Begehung mit einer Landschaftsarchitektin galt am Dienstag: Betreten verboten.

Von Carolin Brühl 

Das hatten sie sich anders vorgestellt. Interessierte Bürger wollten sich unter der Führung der Landschaftsarchitektin Saara Vilhunen die Pläne für eine Neugestaltung des Westkreuzareals zu einem Park direkt vor Ort erklären lassen, doch die Bahn bremste das Vorhaben aus.

Das Büro der Landschaftsarchitekten „Fugmann Janotta Partner“, das vom Bezirk mit einem stadt- und landschaftsplanerischen Gutachten für den Bereich Westkreuz beauftragt worden ist, teilte den Teilnehmern in einer Mail mit: „Die DB Netz AG gestattet leider keinen Zugang zu ihren Flächen. Aufgrund des Betretungsverbotes muss die Spazierroute verändert bzw. verkürzt werden.“ Lediglich die nördliche Teilfläche bis zum Vereinsheim der Kleingärtner könne besichtigt werden, so das Planungsbüro.

„Kleiner Positionskampf“

Stadtentwicklungsstadtrat Oliver Schruoffeneger (Grüne) zeigt sich von der Blockadehaltung der Bahn nicht überrascht: „Die Bahn will nach wie vor meistbietend für Wohnungsbau verkaufen und wir wollen Grünfläche und Park, was das Gelände für Investoren nicht so attraktiv macht. Darum gibt es jetzt einen kleinen Positionskampf.“

Die Bahn hat unterdessen auf eine Nachfrage der Berliner Morgenpost geantwortet. Gisbert Gahler vom Regionalbüro Kommunikation Berlin der Deutschen Bahn AG begründete, weshalb sein Unternehmen das Betreten der bahneigenen Flächen untersagt hat: „Im Rahmen eines vom Bezirksamt geplanten Workshops sollte ein öffentlicher Spaziergang über Flächen mit direktem und ungesichertem Zugang zu Eisenbahnbetriebsanlagen führen. Dies untersagen wir grundsätzlich aufgrund erhöhter Gefahrenlage und bestehender Sicherheitsbestimmungen.“

 

Kommentare

  1. Es ist schon erschreckend, mit welcher Arroganz das Bezirksamt über den Kopf der DB als Eigentümerin hinweg hier einen Park planen will. Es BA begreift nicht, dass es sich hier um Privatbesitz und nicht um Volkseigentum handelt. Es ist ungeheuerlich, wie das BA auch hier den Bürgern etwas vorgegaukelt! Solang die Eigentumsverhältnisse so sind wie sie sind, ist jedwede Beplanung des Geländes mit Steuergeldern Betrug am Steuerzahler.

    • Und das regt sie so richtig auf! Also so richtig! Die Bahn ist nunmal ein Unternehmen und dem soll man nicht reinreden. Das sollen schön die Eigentümer des Unternehmens, der deutsche Statt entscheiden. Also die Bürger, und nicht die Bürger!

  2. Bitte? Privateigentum? Das hätten einige Leute gern. Noch ist die Deutsche Bahn im Eigentum der Bundesrepublik Deutschland, d.h. wenn Sie es so wollen: in „Volkseigentum“.
    Wenn auch in der Form einer AG, deren Aktien vollständig dem Bund gehören. Wie auch Ihnen sicher bekannt, hat eine Teilprivatisierung im Zuge des Börsenganges (zumindest bisher) noch nicht stattgefunden.

    Insofern geht bei einem Kauf durch das
    Land Berlin das Eigentum nur von einer öffentlichen in die andere öffentliche Hand über.

    Möglicherweise steht diese Entwicklung in Konkurrenz zu privaten Interessenten. Aber das öffentliche Wohl (vertreten von der Mehrheit der BVV – auch des AGHes) scheint einen anderen Weg anzustreben: Den Westkreuzpark! Es würde sich somit gegen eine (zumindest momentane) Bebauung entscheiden.

  3. Pingback: „Ortstermin“ mit anschließender Diskussion – WestkreuzPark! – Naturpark am Westkreuz in Berlin

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