Aktuelles / Donnerstag, 28.05.2015

Aufschwung in der City West – auch ohne Riesenrad

Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann (r.) mit Peter-Michael Riedel im Hotel Kempinski Bristol. Foto: Schmiemann

Für Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann (SPD) steht völlig außer Frage, dass es auf dem Areal am Zoo noch irgendwann einmal ein Riesenrad geben könnte.


Naumanns eigentliches Thema bei den Gesprächen, zu denen der Verein Kurfürstendamm einmal im Monat ins Hotel Kempinski Bristol einlädt, war der Aufschwung in der City West. Auch wenn er sich über das abgesagte Fanfest auf dem Breitscheidplatz gerade an diesem Tag „schwarz geärgert“ hatte. Die positiv verlaufende Entwicklung rund um den Kurfürstendamm sei kein Fake oder eine leere Hülse.

Den Breitscheidplatz nannte Naumann immer  wieder die gute Stube der City West, in der die Kultur, kommerzielle Veranstaltungen und der Sport gerne feierten. Und wenn der Trainer von Borussia Dortmund, Jürgen Klopp, sage, sie machten die Hauptstadt schwarz-gelb, dann meine er eben „unsere City West“. „Und wir wollen gute Gastgeber für die schwarz-gelbe Invasion sein“, betonte Naumann.

Unabhängig davon habe sich der Bezirk entschieden, den Rummel auf dem Breitscheidplatz etwas einzudämmern. Bei der Auswahl der Feste würden „Neujustierungen“ vorgenommen. Auf den Breitscheidplatz wollten eben viele, der Sport, die Kultur bis hin zu kommerziellen Anbietern. „Der Weihnachtsmarkt ist nicht infrage gestellt, aber insgesamt soll es bei den Veranstaltungen etwas mehr Qualität geben“, kündigte er an. Gästen, dass die alpenländisch anmutenden Holzbuden des Weihnachtsmarkt-Veranstalters kritisierten, konnte Naumann aber nicht helfen. Das sei Sache des Veranstalters, und der hat sich bewährt. Eine Geschmackspolizei gebe es im Rathaus nicht.

Als erfolgreiche Projekte hob Naumann die Brückenbeleuchtungen hervor. Nach der Illumination der Bahnbrücke über Bleibtreu- und Hardenbergstraße freue er sich jetzt auf die dritte „Perle“. Spätestens zur dunklen Jahreszeit soll es auch unter der Brücke über der Kantstraße hell werden. Auch die Gegend rund um den Bahnhof Zoo habe sich mit der C/O Galerie, die eine Top-Adresse internationaler Fotokunst zusammen mit dem Newton-Museum an der Jebensstraße darstelle, gut entwickelt. Die Zoo-Terassen am Bahnhofsgebäude seien eingerüstet, und für den Umbau des Hardenbergplatzes laufe der Antrag auf Förderung. Bis zu zehn Millionen Euro sollen in die Verschönerung des Platzes laut Naumann investiert werden.

Bei aller Begeisterung für die Entwicklung in der City West musste der Bezirksbürgermeister aber auch über Projekte sprechen, die sich seit Jahren hinziehen und für die es immer noch keine Lösung gibt. Als eine der „letzten klaffenden Wunden“, so Naumann, wartet das Kudamm-Karree auf seine bauliche Veränderung. Aktuell sei der neue Eigentümer noch beim Ausloten, der Chipperfield-Entwurf werde wohl nicht mehr umgesetzt. Im Sommer werde es ein drittes Treffen der neuen Eigentümer aus München mit Baustadtrat Marc Schulte geben, an dem Naumann teilnehmen will. Klar sei, dass möglichst viel Kultur erhalten bleiben soll. Die jahrelangen Verhandlungsrunden mit den irischen Vorbesitzern der Immobilie, Ballymore, kritisierte Naumann als „fortwährende, höchst ärgerliche  Verschaukelei“ der Behörden, um dann festzustellen, dass nach einem Verkauf alles wieder von vorne losgehe. Das Bezirksamt habe jetzt die Erwartung, dass die neuen Eigentümer endlich „Butter bei die Fische“ geben.

Die neue Chance für das ICC doch wieder Kongressveranstaltungen beherbergen zu können, ein möglicher Kompromiss des Runden Tisches bei der geplanten und umstrittenen Umgestaltung des Olivaer Platzes, die Entwicklung des Campus Charlottenburg mit der Neugestaltung der Hertzallee, die aus ihrem Dornröschenschlaf geholt werden soll – dem Bezirksbürgermeister fielen noch viele Beispiele ein, mit denen sich die City West auf den Weg in die Moderne macht. Am Schluss warb Naumann bei den Gästen der Gesprächsreihe dafür, die Willkommenskultur des Bezirks zu unterstützen: „Sie steht für Investoren, aber auch für Menschen in Not. Wir haben fünf Flüchtlingsheime in Charlottenburg-Wilmersdorf, und es werden mehr werden, die aus Kriegsgebieten bei uns ankommen. Erteilen sie denen, die versuchen Rassismus zu schüren, eine Absage“, appellierte Naumann zum Schluss.

 

Kommentare

  1. Werte Redaktion,
    in welcher Partei ist denn Herr Naumann nun ?
    Hier steht Naumann (SPD) auf der Startseite Naumann (CDU).

    • Sehr geehrter Herr Melch,

      vielen Dank für den Hinweis. Herr Naumann ist natürlich SPD-Mitglied. Wir haben den Fehler korrigiert.
      Mit freundlichen Grüßen
      Alexander Uhl
      Berliner Morgenpost

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