Aktuelles / Freitag, 11.08.2017

973 neue Wohnungen
für Schmargendorf

So soll es einmal aussehen: das Maximilians Quartier in Schmargendorf. Simulation: Groth Gruppe

Im Wilmersdorfer Ortsteil Schmargendorf investiert die Groth Gruppe Millionen Euro. Die Stadt wächst – und damit auch die Nachfrage.

Von Yannick Höppner

Die Bagger rollen: In Schmargendorf ist am Donnerstag der Bau des Maximilians Quartiers gestartet. Auf dem rund 48.000 Quadratmeter großen Gelände an der Forckenbeckstraße, auf dem früher ein Teil der Kleingartenkolonie Oeynhausen beheimatet war, sollen in den kommenden vier Jahren 973 neue Wohnungen entstehen. Kostenpunkt: 400 Millionen Euro. Für die Groth Gruppe eine lohnende Investition: „Wir wissen, dass Charlottenburg-Wilmersdorf ein gefragter Bezirk ist“, sagt Geschäftsführer Thomas Groth. Die ersten Wohnungen stehen bereits zum Verkauf.

Langer Weg zum Baustart

Der Weg bis zum Baustart war für die Bauherren lang. Erst ein Kompromiss mit dem Kleingartenverein führte letztlich zum ersehnten Baurecht. Das einstige Angebot der Deutschen Post, das 4,7 Hektar große Gesamtareal für „nur“ 600.000 Euro erwerben zu können, hatte der Verein 2006 ausgeschlagen. Die luxemburgische Firma Lorac nutzte die Gunst der Stunde, erwarb das Gelände und verkaufte es 2015 für „bedeutend mehr Geld“, wie Groth sagt, an die Groth Gruppe.

Kompromiss mit dem Kleingartenverein

In der Folge entwickelte sich ein Streit. Die Kleingärtner fürchteten um ihr Areal. Einen konsequenzlosen Volksentscheid zu Gunsten der Kleingärtner und einige politische sowie rechtliche Scharmützel später, einigten sich das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf, der Bezirksverband Wilmersdorf der Kleingärtner und die Groth-Gruppe auf einen Deal: Die Hälfte des Grundstücks darf der Verein weiter nutzen, die andere Hälfte wird bebaut, aber mit gleichbleibendem Bauvolumen. 150 von rund 300 Parzellen mussten weichen. Die neuen Gebäude werden statt drei-, fünf- bis achtgeschossig. „Wir sind im Frieden“, erklärt Groth, „es wird mich aber auch niemand in seinen Garten einladen.“ Die Genehmigungen für die vier Blöcke (A bis D), die jeweils sechs Monate versetzt voneinander gebaut werden, liegen vor, seit Donnerstag rollen die Bagger. Gebaut wird „von hinten nach vorne“, beginnend mit Block D, so Groth.

Bis 2019 soll das gesamte Projekt abgeschlossen sein

In zwei Jahren sollen die ersten 219 Eigentumswohnungen mit zwei bis vier Zimmern bezugsfertig sein. Bis 2021 soll dann das gesamte Bauprojekt abgeschlossen sein. „Mal sehen, wer zuerst fertig ist. Wir oder der Flughafen“, scherzt Groth.

Entstehen sollen im neuen Maximilians Quartier auch 65 Wohnungen für Berliner mit Wohnberechtigungsschein. Simulation: Groth Gruppe

Ebenfalls Bestandteil der getroffenen Vereinbarung sind der Bau einer neuen Kindertagesstätte für bis zu 80 Kinder, 28 neue Grundschulplätze und 65 Wohnungen für Menschen mit Wohnberechtigungsschein. Letzteres sei „rein freiwillig“, betont Groth, diese Wohnungen hätten eben so gut Eigentumswohnungen werden können. Grundsätzlich richteten sich die Neubauten aber an „Paare und Senioren“, die eine „praktische Rundum-sorglos-Eigentumswohnung“ suchten, erklärt Andreas Schulten von der beratend agierenden Bulwiengesa AG. Mindestens 13 Euro pro Quadratmeter sollen die Mietwohnungen kosten. „Das ist nun mal der Preis hier“, sagt Schulten, der Berlin nach wie vor einen „eklatanten Wohnungsmangel“ attestiert. „Wir müssen bauen, bauen, bauen.“

„Berlin ist immer noch preiswert“

Letztlich sei es eine Frage der wirtschaftlichen Entwicklung, wie lange der Immobilien-Boom in der Hauptstadt noch anhalte. Aber: „Von den großen Städten in Deutschland ist Berlin immer noch die preiswerteste“, so Schulten. Letztlich entwickelten sich eben nicht alle Stadtteile in gleicher Weise. Besonderes Augenmerk legten die Bauherren und die vier engagierten Architektenbüros darauf, dass die Häuser zukünftigen Ansprüchen genügen. So soll jeder Block mit Ladestationen für E-Fahrzeuge, Carsharing-Stellplätzen und Blockheizkraftwerken ausgestattet werden. „Jeder Block produziert den Strom, den er braucht“, sagt Groth-Gruppe-Geschäftsführer Henrik Thomsen.

Das Maximilians Quartier ist ein Mammutprojekt und benannt nach dem Reichstagspräsidenten Maximilian von Forckenbeck. Dabei war der liberale Münsteraner, der von 1878 bis 1892 auch Berliner Oberbürgermeister war, bekannt für seine sparsame Politik.

 

 

Kommentare

  1. Der gute Mann war Reichstagspräsident zur Kaiserzeit und nicht Reichspräsident; Forckenbeck ist lange vor der Gründung der 1. Republik gestorben und konnte in einer Monarchie wohl schlecht Präsident sein.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.