Aktuelles / Freitag, 19.05.2017

Weinbrunnen am Rüdesheimer Platz feiert 50. Jubiläum

Die ersten Gäste beim diesjährigen Rheingauer Weinbrunnen. Foto: Philipp Siebert

Zum 50. Mal schenken Rheingauer Winzer beim Weinbrunnen auf dem Rüdesheimer Platz wieder ihre Weine aus. Anwohnerklagen gefährden jedoch noch immer das sommerliche Vergnügen.

Von Philipp Siebert

Der Rheingauer Weinbrunnen am Rüdesheimer Platz sprudelt wieder. Am Freitagnachmittag haben Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann und Annegret Hansen, Vorsteherin der Bezirksverordneten-Versammlung Charlottenburg-Wilmersdorf (beide SPD), die seit 1967 bestehende Veranstaltung feierlich eröffnet. Bis zum 3. September schenken nun wieder drei Winzer aus dem Landkreis Rheingau-Taunus abwechselnd ihre Weine und Sekte aus. „Darauf warten wir schon das ganze Jahr – das ist ein Highlight in dieser Gegend“, sagen Martina und Guido aus Friedenau. Sie haben nur mal gucken wollen, ob der Weinbrunnen schon eröffnet hat und seien zufällig am ersten Tag hier gelandet.

Den Anfang macht bis zum 6. Juni das Weingut Adam Basting aus Winkel, das in diesem Jahr zum 14. Mal dabei ist. „Wir versuchen uns alle Mühe zu geben, und das wird von den Berlinern gern angenommen“, sagt Winzer Heinrich Basting. Das Publikum sei sehr angenehm und das Verhältnis zum Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf gut. Vor allem Riesling werde es geben, aber auch der Weiße Burgunder, Gewürztraminer und ein Blanc de Noir würden sehr gern angenommen. „Hauptsache das Wetter wird schön – dann läuft das Ding“, ist sich Basting sicher. Dann werden nämlich mehrere hundert Gäste pro Tag erwartet.

Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann, Winzer Heinrich Basting und Annergret Hansen, Vorsteherin der BVV Charlottenburg-Wilmersdorf. Foto: Philipp Siebert

Der ehemalige Bezirk Wilmersdorf unterhält seit 1972 eine Patenschaft und seit 1991 eine Partnerschaft zum hessischen Rheingau-Taunus-Kreis, die nach der Fusion mit Charlottenburg weiter geführt wurde. „Unsere guten Beziehungen hängen mit dem Rheingauviertel rund um den Rüdesheimer Platz zusammen “, sagte Bezirksbürgermeister Naumann. Neben dem Weinberg am Stadion Wilmersdorf mit Rebstöcken aus dem Rheingau-Taunus-Kreis, aus denen die „Wilmersdorfer Rheingauperle“ gemacht wird, gehöre jetzt seit 50 Jahren auch der beliebte Rheingauer Weinbrunnen am Rüdesheimer Platz dazu.

Weinfest mit gerichtlichen Auflagen

Allerdings wird auch in diesem Jahr der Weinbrunnen nur 15 statt wie noch bis vor zwei Jahren 19 Wochen dauern. Außerdem darf der Wein nur noch in der Zeit von 15 bis 21:30 Uhr ausgeschenkt und nach 20 Uhr keine Flaschen mehr verkauft werden. Das ist das Ergebnis eines vorläufigen Kompromisses, den das Bezirksamt mit Anwohnern geschlossen hat, die versuchen, das Fest wegen vermeintlicher Lärmbelästigung gerichtlich zu stoppen. „Der Kompromiss hat sich bewährt“, sagt Naumann. Er geht davon aus, dass die entsprechende Entscheidung des Berliner Oberverwaltungsgerichts noch diesen Sommer fallen wird und ist optimistisch. Bis dahin „müssen wir uns peinlichst genau an die Vorgaben halten“, sagt Winzer Basting. Verständnis für die Beschwerden gegen das Fest haben die meisten Besucher nicht. „Das sind oft die, die im Urlaub am lautesten sind“, spekuliert Anwohner Paul Fleischer. Außerdem sei es hier ja nie laut und gehe immer zivilisiert zu.

Winzer Heinrich Basting macht den Anfang. Foto: Philipp Siebert

Am 7. Juni wird Winzer Heinrich Basting vom Weingut Ferdinand Abel aus Oestrich abgelöst. Beide wechseln sich dann im Zweiwochenrhythmus ab. Vom 30. Juli bis zum 3. September übernimmt dann das Weingut Wilhelm Nikolai aus Erbach. Auch in diesem Jahr ist der Zugang zum Fest wieder barrierefrei möglich und zum Wein dürfen selbst mitgebrachte Speisen verzehrt werden.

 

Kommentare

  1. Die, die sich hier aufregen, sind die Gleichen, die sich billig eine Wohnung oder ein Haus in der Nähe des Flughafens kaufen und sich dann über den Fluglärm aufregen.

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