Aktuelles / Freitag, 19.05.2017

Torte, Burger und Gitarren:
25 Jahre Hard Rock Cafe

Rita Gilligan feiert 25 Jahre Hard Rock Cafe am Ku'Damm. Foto: Hard Rock Cafe Berlin

Prominenz und Stammgäste kamen zur Geburtstagsparty des Hard Rock Cafe am Donnerstagabend. Am Kurfürstendamm wird seit einem Vierteljahrhundert gerockt.

Von Philipp Siebert

Schon zwei Wochen im Voraus wurde das Jubiläum mit zahlreichen Konzerten, Liveshows und einer Modenschau zelebriert. Höhepunkt war aber die große Geburtstagsparty am Donnerstagabend. Rund 450 geladene Gäste kamen – darunter Stammgäste, Freunde des Hauses und mehr oder weniger Prominente, die sich auf dem Roten Teppich vor dem Eingang dem Blitzlichtgewitter stellten. Bei Flying Buffet, Livemusik und kalten Getränken wurde auf beiden Etagen bis spät in die Nacht gefeiert und getanzt. „Es ist immer schön Leute zusammen zu bringen“, sagte Geschäftsführerin Kristina Lange sichtlich zufrieden. Mehr als vier Millionen Besucher habe das Berliner Hard Rock Cafe seit seiner Eröffnung gezählt – 1200 Konzerte wurden gespielt. Es kämen viele Touristen, aber auch zahlreiche Berliner, sagt sie.

Treue Stammgäste zur Party eingeladen

Einer von ihnen ist Gerd Lindner. Er ist Rockfan der ersten Stunde, war 1969 in Woodstock und hat schon Karten für jedes Konzert der Rolling Stones Europa Tour im kommenden Herbst. Allerdings sei es untertrieben, ihn als Stammgast im Hard Rock Cafe zu bezeichnen, sagt er. „Ich gehöre hier schon zum Inventar.“ Bei der Eröffnung vor 25 Jahren sei er dabei gewesen, komme oft mehrmals die Woche und habe seitdem zahlreiche Konzerte gesehen – von Neil Young, Bon Jovi oder Ozzy Osbourne. „Ich bin mit der Musik groß geworden und verbinde mit so vielen Liedern tolle Erinnerungen.“ Allerdings sei der alte Laden gemütlicher gewesen.

Hard Rock-Fan Gerd Lindner mit seiner Freundin Andrea. Foto: Philipp Siebert

Denn am 18. Mai 1992 öffnete das Hard Rock Cafe Berlin als weltweit siebte, Europas dritte und Deutschlands erste Filiale 250 Meter vom heutigen Standort entfernt in der Meinekestraße. Erst seit dem Umzug vor sieben Jahren werden Burger, Sandwiches und Barbecue im Eckhaus am Kurfürstendamm 224 serviert. „Und die sind richtig gut“, sagt einer der prominenten Partygäste, Moderator und Schauspieler Ralph Morgenstern. „Am meisten liebe ich aber, dass die Menschen hier immer freundlich sind – und die Shrimpsplatte.“ Ein Besuch im Hard Rock Cafe sei dabei so ein bisschen wie eine Zeitreise, wegen der Musik, der alten Musikvideos und vor allem der ganzen Rockdevotionalien.

Ralph Morgenstern vor dem Trabbi aus der „Achtung Baby“ Tour von U2. Foto: Hard Rock Cafe Berlin

Von den rund 80.000 Erinnerungsstücken im Besitz des Konzerns hängen derzeit 143 in Berlin. Immer blieben die Partygäste staunend stehen und betrachten zahlreiche Gitarren, auf den Stars wie Jimi Hendrix gespielt haben, einen handgeschriebenen Brief von Elvis Presley, ein Bühnenoutfit von Madonna oder John Lennons Jacke. Und einen glücklichen Gewinner gab es, der sich ein Stück Hard Rock mit nach Hause nehmen konnte. Unter den Gästen wurde nämlich eine eigens für den Abend gestaltete Gitarre mit Jimi Hendrix‘ Konterfei verlost.

Rita Gilligan: Der Star des Abends

Bis dahin sind aber die meisten Gästen dem Aufruf von Rita Gilligan gefolgt: „Feiert, tanzt und werdet besoffen!“ Die fröhliche 76-Jährige steht im Dienst des Hard Rock Cafes, seit die erste Filiale 1971 in London eröffnet wurde. Mittlerweile gilt sie als Botschafterin des Konzerns und der Idee dahinter. Dass sie dafür von Queen Elisabeth I. eines Tages mit dem „Member of the British Empire“-Orden auszeichnen werden würde, war für die Irin anfangs undenkbar. „Wir haben die Kultur verändert“, erinnert sie sich. Die Gründer Isaac Tigrett und Peter Morton seien zwei Hippies mit Jeans und langen Haaren gewesen, die Joints geraucht und aus der Flasche getrunken hätten – und das nur wenige Meter vom Buckingham Palace entfernt. Das sei am Anfang sehr schwierig gewesen, aber dennoch „der beste Job der Welt – jede Nacht eine Party.“ Dabei hat sie sich das Motto „Love all – serve all“ zu Eigen gemacht, das in weißen Lettern über der Bar im Erdgeschoss in Berlin hängt. „Ich hab sie alle bedient: Paul McCartney, Bruce Springsteen, George Michael, Liza Minelli, Muhammad Ali oder Michael Jackson.“ Im Hard Rock Cafe seien jedoch alle gleich – berühmt oder nicht. Lediglich Al Pacino und den Papst würde sie gern noch treffen.

Das Jimi Hendrix-Konterfei entsteht. Foto: Philipp Siebert

Besonders gefalle Gilligan jedoch der Wohltätigkeitsaspekt, den sich der Hard Rock Cafe Konzern auf die Fahnen geschrieben hat. „Eine halbe Million Euro sind in den vergangenen 25 Jahren in Berlin für lokale Projekte gesammelt worden“, resümiert David Pellow, Vizepräsident des Europageschäfts. Am Geburtstagsabend wurde ein Spendenscheck über rund 15.000 Euro an das Kinderhospiz Sonnenhof in Pankow übergeben. Dann wurde die große Geburtstagstorte angeschnitten und auf die nächsten 25 Jahre Berliner Hard Rock Cafe angestoßen. „Ich war bei der Eröffnung hier gewesen, bin heute gekommen und werde mir mit Sicherheit auch das 50. Jubiläum nicht entgehen lassen“, versprach dabei Rita Gilligan.

 

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